Swap-Partner der ETF-Anbieter

Für viele Investoren ist es eine zentrale Frage, auf welche Art und Weise die Performance eines ETF dargestellt wird. EXtra erläutert kurz die Funktionsweisen und deckt die Swap-Partner der ETF-Anbieter auf.

Ziel eines ETFs ist es bekanntlich, die Performance des zugrunde liegenden Index möglichst 1:1 abzubilden. Um dieses Ziel zu erreichen, können die Anbieter auf zwei verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um die so genannte Full Replication-Methode und die Abbildung mittels eines Swaps. Gerade bei den Swap-ETFs stellt sich am Ende die Frage, mit welcher Bank der ETF Anbieter den Swap abgeschossen hat. Nur so kann das Ausfallrisiko eines ETFs richtig eingeschätzt werden.

Full Replication

Verfolgt ein ETF die Full Replication- Strategie (deutsch: vollständige Nachbildung), hält er tatsächlich alle oder zumindest einen Großteil der Aktien in seinem Bestand, die auch zu dem entsprechenden Index gehören. Dabei bildet er auch exakt die Gewichtung der jeweiligen Werte nach und passt diese bei einer Veränderung der Indexzusammensetzung an. Das Verfahren eignet sich gut, um große Indizes zu replizieren, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind. Anbieter, die diese Strategie verfolgen, sind z.B. iShares, ETFlab und die UBS.

Indexabbildung mittels Swaps

Eine zweite, weit verbreitete Möglichkeit zur Darstellung der Performance eines Index ist die so genannte „Swap-Based“-Variante (deutsch: synthetische Replikation). Zur Darstellung der Performance werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Dabei geht der Indexfonds mit dem Swappartner, meist einer großen Investmentbank, ein Tauschgeschäft ein. Der ETF hält einen Korb an Aktien oder Anleihen und liefert die Performance dieses Korbes dem Swappartner (siehe Grafik). Im Gegenzug erhält der Indexfonds die Performance des Index geliefert. Der Swap-Anteil ist gesetzlich auf 10 % des Fondsvolumens begrenzt, in der Praxis liegt er aber meist deutlich darunter. Swap-Anbieter sind z.B. Lyxor, db x-trackers und Comstage.

SWAP_Juli

Seit der Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman- Brothers spielen Bonitätsrisiken eine zunehmend größere Rolle. Denn bei einem Swap gilt der Grundsatz: Gerät der Swap-Partner in Zahlungsschwierigkeiten und wird zahlungsunfähig, kann der Swap platzen. Anleger sollten deshalb immer einen Blick auf die Bonität des Swap-Partners werfen.

Für einen schnellen Überblick haben wir in der folgenden Tabelle alle in Deutschland aktiven ETF-Anbieter und deren jeweilige Swap-Partner inklusive der aktuellen Ratings aufgelistet. So lässt sich das Emittentenrisiko leichter einschätzen.

Die Swap-Partner in der Übersicht

Swap Partner der ETF-AnbieterUnser Fazit

Swap-ETFs bergen im Vergleich zu Full Replication-ETFs ein zusätzliches Bonitätsrisiko von maximal 10 %. In der Praxis liegt die Swap-Auslastung meist deutlich unter dem zulässigen Grenzwert. Mit unserer ETF-Suche können Sie einfach nach Full-Replication oder Swap-ETFs selektieren.

Interesse an News zu ETFs und Geldanlage?

Unser kostenloser Newsletter hält Sie auf dem Laufenden.

Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.