Wie finde ich den richtigen ETF

Bei über 1.000 ETFs in Deutschland verliert man leicht den Überblick. Viele Anleger wünschen sich daher eine Auswahlhilfe, um schnell den richtigen ETF zu finden. Helfen sollen Rankings und Ratings, doch was vermeintlich schnell zum Ziel führt, ist nicht immer das, was eigentlich gebraucht wird.

Wie finde ich den richtigen ETF?

Fonds-Rankings sind weit verbreitet und viele Internetseiten bieten Kosten- und Wertentwicklungsvergleiche an. Ratings gehen einen Schritt weiter und versuchen anhand von qualitativen Kriterien Fonds nach ihrer Güte zu klassifizieren. Die großen Fondsrating-Häuser sind Morningstar, Feri und Lipper. Sie bieten derzeit kein speziell auf ETFs zugeschnittenes Rating an. Die Konstruktion und die Eigenschaften von ETFs unterscheiden sich jedoch deutlich von klassischen Investmentfonds. So gilt es bei ETFs möglichst genau einen Index nachzubilden. Ein kleiner Tracking Error ist also positiv zu bewerten. Auch ist die Qualität und Konstruktion des nachzubildenden Index relevant bei der ETF-Auswahl. Die Nachvollziehbarkeit von Ratings und deren Mehrwert für die persönliche Investitionsentscheidung ist jedoch oft nicht gegeben.

ETF-AuswahlAuswahlkriterien sind verschieden

Investoren gewichten Auswahlkriterien in ihrer Entscheidungsfindung im Allgemeinen sehr heterogen. Einige Kriterien werden von Anlegern als harte Ausschlusskriterien behandelt. So stellt sich bei schlechter Transparenz eines Anbieters erst gar nicht die Frage eines Investments. Auf Produktebene bestimmen persönliche Präferenzen die Wahl eines ETFs. Bei der Bewertung eines ETFs gibt es viele Faktoren, die nicht pauschal mit gut oder schlecht bewertet werden können. So etwa die Frage der Replikationsmethode. Die Auswahl des richtigen ETFs ist somit ein Prozess, der für jeden Anleger zu einem anderen Ergebnis führen kann. Auch ist der Weg zum Ergebnis für jeden Anleger individuell. Ein ETF-Rating oder gar ein ETF-Ranking kann dies nicht leisten.

Persönliches ETF-Universum

Jeder Anleger muss sich also sein persönliches ETF-Universum schaffen. Also anhand von seinen eigenen Ausschlusskriterien und Präferenzen die Fülle an ETFs eingrenzen. Dies erfolgt Schritt für Schritt anhand von Indexkriterien, subjektiven Kriterien und objektiven Qualitätsmerkmalen. Der Startpunkt ist dabei unerheblich. Jede Entscheidung beeinflusst die darauffolgenden Parameter. Dies kann dann zu Kompromissen bei der ETF-Auswahl führen. Im Artikel finden Sie eine Checkliste mit Fragen, die bei der Findung eines eigenen ETF-Universums helfen soll. Eine intelligente ETF-Datenbank mit Filterfunktion kann dabei optimal unterstützen. Eine solche ETF-Suche bietet die entsprechenden Kennzahlen, Auswahl- und Sortierfunktionen sowie grafische Vergleiche. Damit kann man sich selbst die unterschiedlichen Fragen in seiner individuellen Reihenfolge beantworten. JustETF unterstützt Anleger bei der ETF-Auswahl mit einer speziellen Suche. So findet jeder Anleger mit wenigen Handgriffen die richtigen ETFs für sein Depot.

Die Staatsschuldenkrise hat die Eurozone seit Jahren fest im Griff, die USA kämpfen auch nach den Präsidentschaftswahlen mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit, und das Wachstum der globalen Wirtschaft schwächt sich ab: Das volkswirtschaftliche Umfeld könnte wahrlich besser sein. Und dennoch stand der deutsche Leitindex DAX nicht weit unter seinem Jahreshoch. Wichtige US-amerikanische Indizes haben zuletzt sogar neue Mehrjahres-Höchststände erreicht. Wie kann das sein? Der verstorbene Börsenguru André Kostolany hatte eine einleuchtende Erklärung für derartige Entwicklungen. Ihm wird das Zitat zugeschrieben, nur zehn Prozent der Börse seien Fakten – der Rest Psychologie. Doch viele Anleger tun sich schwer im Umgang mit dem psychologischen Element des Börsengeschehens.

Euphorie ist genauso gefährlich wie Angst

Häufig bestimmen Angst oder Euphorie die Anlageentscheidungen. Informationen werden je nach Stimmungslage völlig unterschiedlich interpretiert. „Dies gilt es in den Griff zu bekommen, denn Angst bremst, und Gier führt zu unkontrolliertem Verhalten“, sagt der Börsenpsychologe Winfried Neun, der unter anderem auch an der Börse Stuttgart Seminare zur Börsenpsychologie gibt. „Euphorie produziert im Gehirn einen Hormonüberschuss, der viele Problemfelder einfach aus der Wahrnehmung verschwinden lässt.“ Die Folge: Wer euphorisch ist, übersieht oft Gefahren und geht Risiken ein, die er normalerweise meiden würde.

Auf der anderen Seite führt die Angst vor Verlusten häufig dazu, dass Anleger Gewinne zu schnell realisieren. Zugleich bleiben viele Papiere, die sich im Minus befinden, lange in den Depots liegen. „Anleger empfinden es als schmerzhaft, wenn sie Buchverluste realisieren“, erklärt Neun. „Das ist ein Erbe der Evolution und genetisch in uns verankert. Wenn wir einen Verlust erleiden, wirkt sich das im Körper aus, als wäre unsere Existenz bedroht.“ Weil dieser Prozess unbewusst abläuft, fällt es schwer, dagegen anzugehen. Die psychologischen Fallen liegen einfach in der Natur des Menschen“, erklärt Neun. „Aber mit etwas Training kann man sie umgehen.“

Dialog ist wichtig, doch der Herdentrieb kann zum Problem werden

Helfen kann etwa der Dialog mit anderen Anlegern und persönlichen Ratgebern, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht. Der Austausch von Standpunkten und Erfahrungen ermögliche die persönliche Weiterentwicklung, so Neun: „Dennoch muss letztlich jeder selbst für sich herausfinden, welcher Anlegertyp er ist – und dann auch bereit sein, seiner eigenen Meinung zu vertrauen.“ Denn auch das blinde Vertrauen in die Mehrheitsmeinung birgt Gefahren. Studien haben ergeben, dass nicht nur einzelne Anleger emotionalen Schwankungen unterliegen, sondern auch Anlegergruppen. Dieses Phänomen ist auch als Herdentrieb bekannt und kann zu steilen Kursanstiegen ebenso beitragen wie zu einem Crash – je nachdem, welche Stimmung gerade vorherrscht.

Emotionen ausschalten mit intelligenten Ordertypen

Wer der Gefahr entgehen will, von eigenen Emotionen oder auch den Meinungen anderer zu irrationalen Entscheidungen getrieben zu werden, kann Strategien anwenden, um den Einfluss von Emotionen auszuschalten. Ein wichtiges Hilfsmittel können etwa Stop Loss Orders sein, die beim Erreichen eines bestimmten Kurses automatisch einen Verkauf auslösen. Mithilfe eines Stop Loss können Anleger so ihre Angst vor Verlusten zügeln. Noch komfortabler sind die intelligenten Ordertypen der Börse Stuttgart wie die Trailing Stop Order. Bei einer Verkaufsorder dieses Typs wird das gewählte Stop Limit automatisch nachgezogen, wenn der Kurs eines Wertpapiers steigt.

Fehler als Chance begreifen

Weil die Finanzmärkte nicht immer berechenbar sind und niemand perfekt ist, sind Fehler und Verluste trotz aller Bemühungen nie ganz auszuschließen. Anleger sollten allerdings lernen, Fehlschläge auch als Chance zu begreifen, rät Neun: „Verluste haben auch etwas Positives: Wir speichern sie in unserem Erfahrungsgedächtnis und helfen unserem Gehirn dadurch, besser zu erkennen, was gut und was schlecht ist. Verluste geben uns eine Chance zu lernen.“

In der ETF-Suche finden Sie darüber hinaus auch eine Liste mit allen in Deutschland handelbaren ETFs.

Weitere interessante Investment Möglichkeiten finden Sie in unserem ETF-Anlageleitfaden. Dieser erleichtert Ihnen den Einstieg in die Welt der Exchange Traded Funds (ETFs). Wir stellen Ihnen darin die Anlegemöglichkeiten einzelner Länder, Regionen, Sektoren oder Investmentthemen vor.

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