Anleger können derzeit an steigenden Rohöljspreads zwischen Brent- und WTI-Rohöl partizipieren.

Die Drosselung der Fördermengen durch die OPEC sorgt für eine Reduzierung der übervollen Ölbestände und treibt die Ölpreise nach oben, wodurch die Backwardation-Situation bei Öltermingeschäften anhält. Da 2018 verschärfte Angebotsbedingungen erwartet werden, werden sich die Ölpreise nach Meinung des ETP-Emittenten WisdomTree wahrscheinlich auf einem hohen Niveau und oberhalb des Trends halten. Doch nicht alle Ölpreise entwickelten sich gleich. Tatsächlich übertreffe Brent WTI seit Juni 2017, was zu einer Erhöhung des Spreads beider Rohölsorten auf sechs US-Dollar geführt habe – der höchste Stand seit 2015. „Durch den steigenden Spread bieten sich Handelschancen für Ölinvestoren“, so WisdomTree.

Die Brent-Prämie gegenüber WTI

„Der Brent/WTI-Spread ist aufgrund einzigartiger Einflussfaktoren auf Angebot und Nachfrage – sowohl für Brent als auch für WTI – einer der am häufigsten gehandelten Spreads auf dem Rohstoffmarkt“, berichtet WisdomTree. Bei Brent handelt es sich typischerweise um Öl aus der Nordsee, es wird jedoch auch als Referenz für die Ölpreise in Europa, Afrika und dem Nahen Osten herangezogen. Bei WTI handelt es sich hingegen um in Nordamerika gefördertes und raffiniertes Öl. Naturgemäß reagiert das in Europa gehandelte Rohöl dadurch im Gegensatz zu WTI empfindlicher auf geopolitische Risiken, vor allem im Nahen Osten. In der Vergangenheit war dies ein Haupteinflussfaktor bei der Erhöhung des Ölpreis-Spreads.

„Der Arabische Frühling, der im Dezember 2010 seinen Anfang nahm, ist ein Paradebeispiel für ein Ereignis, das zu einer Erhöhung der Spreads führen kann. Die Spreads erhöhten sich 2011 aufgrund der Sorge über die Auswirkungen einer regionalen politischen Instabilität auf das Angebot und den Transport von Brent auf über 20 USD pro Barrel. Heute untermauern die fortgesetzten Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien den Aufpreis von Brent gegenüber WTI“, berichtet der ETP-Anbieter. Die Drosselung der Fördermengen durch die OPEC habe ebenfalls starken Einfluss auf die Erhöhung des Ölpreis-Spreads, da sich die verschärften Angebotsbedingungen im Preis für Brent niederschlagen würden. Im Gegensatz dazu bekämen die WTI-Preise Gegenwind von einem durch Schieferöl verursachten Überangebot, bei dem sich keine Entspannung abzeichne. Zusammen mit der Wiedereinführung von US-Ölexporten gegen Ende 2015 sei WTI zeigt, jetzt so reichlich vorhanden wie nie zuvor. Dies wird wahrscheinlich zu erhöhter Besorgnis um ein Überangebot von US-Öl führen und einen hohen Rohölpreis-Spread aufrechterhalten.

Der Brent/WTI-Spread hat den höchsten Stand seit dem Jahr 2015.

Den Spread handeln

Angesichts dieser unterschiedlichen Preisdynamiken bietet die Divergenz der Brent und WTI-Ölpreise Handelschancen für Investoren. Das einfache Beispiel für eine Handelsstrategie unten konzentriert sich auf die Ölpreisbewegungen während des Hurrikans Harvey. Der Schaden, der Hurrikan Harvey den Ölraffinerien an der Golfküste von Mexiko zugefügt hatte, wirkte sich stark auf die Kapazität von US-Raffinerien aus, wodurch die Nachfrage nach WTI zeitweilig geschwächt wurde. Gleichzeitig kam es bei Brent zu einem leichten Anstieg der Nachfrage, da europäische Raffinerien die Unterdeckung aus der US-Benzinproduktion ausglichen. Folglich stiegen die Brent-Ölpreise während des Hurrikans um fast 2,5 % mehr als die WTI-Preise.

Mit Short- und Leveraged ETPs laesst sich die Rendite erhöhen und Kapital erhalten.

Investoren hätten die Erhöhung des Spreads mithilfe einer einfachen Paarstrategie handeln können: bei Brent long und bei WTI short gehen. Investoren, für die die Kapitalerhaltung eine Rolle spielt, könnten Short and Leveraged ETPs in Betracht ziehen, bei denen gegenüber einer Position ohne Hebeleffekt typischerweise nur ein Bruchteil des Kapitals erforderlich ist.

Abbildung 2 verdeutlicht den Payoff für eine Long/Short-Strategie mit einem gleich hohen Investment in unser Boost 3X Leveraged Brent Oil ETP (Tickercode: 3BRL) und das Boost 3X Short WTI Oil ETP (3OIS) – 50 % des Kapitals fließen also in 3BRL und 50 % in 3OIS. Auf dem Höhepunkt von Hurrikan Harvey (17.–31. August) hätte die Rendite für diese Long/Short-Position 9 % betragen – mehr als das Dreifache der Spot-Preis-Rendite für Brent. Dies zeigt, dass eine Strategie, bei der gegensätzliche Positionen in Brent und WTI mithilfe von Short and Leveraged ETPs kombiniert werden, die Spot-Preis-Renditen verstärken kann, während Kapital erhalten bleibt. Solche Strategien können entwickelt werden, um entweder eine Erhöhung oder eine Senkung des Rohölpreis-Spreads auszunutzen.

Mit diesen Boost-ETCs können Sie auf Ölpreis-Spreads handeln:

  • Boost WTI Oil 3x Leverage Daily ETP (WKN: A2BGQZ)
  • Boost WTI Oil 2x Leverage Daily ETP (WKN: A2BGQ0)
  • Boost WTI Oil 1x Short Daily ETP (WKN: A2BGQW)
  • Boost WTI Oil 2x Short Daily ETP (WKN: A2BGQX)
  • Boost WTI Oil 3x Short Daily ETP (WKN: A2BGQY)
  • Boost Brent 3x Leverage Daily ETP (WKN: A133ZT)
  • Boost Brent 3x Short Daily ETP (WKN: A133ZV)

Einige Alternativ-Produkte anderer Emittenten:

  1. Coba ETC – Oil Brent Crude Future Daily Short -1x (WKN: ETC031)
  2. Coba ETC – Oil Light Crude Future Daily Short – 2x (WKN: ETC056)
  3. Coba ETC – Oil Light Crude Future Daily Short – 4x (WKN:ETC058)
  4. ETFS 1x Daily Short WTI Crude Oil (WKN: A0V9XY)

Weitere Informationen finden Sie im Anlageleitfaden Rohöl.

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.