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Wo Sie ETFs handeln sollten – Xetra

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In Deutschland konzentrieren sich zwei Börsen auf den Handel mit ETFs. Xetra ist die führende ETF-Handelsplattform in Europa, die Börse Stuttgart versucht mit speziellen Services vor allem bei Privatanlegern zu punkten. Grund für uns, beide Handelsplätze genauer unter die Lupe zu nehmen. Im folgenden Beitrag stellen wir die beiden Handelsplätze vor.

Xetra ist die ETF-Handelsplattform der Deutschen Börse und mit über 680 gelisteten Produkten und einem Marktanteil von 38 Prozent am Handelsvolumen die größte in ganz Europa. Diesseits des Atlantiks ist sie der Referenzmarkt für die passiv gemanagten Indexfonds. In Deutschland liegt der Marktanteil von Xetra im ETF-Handel bei 96 Prozent.

Market Maker sorgen für eine hohe Liquidität

Auf Xetra werden jeden Monat ETFs mit einem Volumen von circa 14 Milliarden Euro gehandelt. Der ETF-Handel blickt auf eine zehnjährige Geschichte zurück: Denn die ersten in Europa handelbaren ETFs wurden bereits am 11. April 2000 auf Xetra gelistet. Ein Grund für die europäische Vorherrschaft seien die Modelle zur Liquiditätsbereitstellung. „Wir haben für jedes Produkt, das bei uns eingeführt wird, die Verpflichtung, dass mindestens ein Designated Sponsor, also ein Liquiditätsspender, aktiv ist“, sagt Michael Krogmann, Head of Department Xetra Market Development – Institutional Equity bei der Deutschen Börse. Dieser Designated Sponsor oder auch Market Maker verpflichtet sich, von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr An- und Verkaufskurse zu stellen. „Das Gute ist, dass die attraktivsten Produkte mittlerweile von bis zu zehn Designated Sponsors betreut werden“, betont Krogmann. Dadurch entstehe ein Wettbewerb unter den einzelnen Designated Sponsors und davon profitiere auch der Gesamtmarkt, weil so die Transaktionskosten für den Anleger gesenkt würden. Denn generell gilt bei ETFs Folgendes: Je mehr Market Maker für einen ETF den Preis stellen und je mehr Volumen in den einzelnen Produkten gehandelt wird, desto enger werden die Spreads. Das heißt, der Abstand zwischen Geld- und Briefkurs verringert sich.

iNAV bietet eine hohe Transparenz

Auf Xetra buhlen derzeit 14 Emittenten mit ihren Produkten um die Gunst der Investoren. Sie konkurrieren auch darum, wer die höchste Transparenz bietet. Außerdem liefern sie die Voraussetzung dafür, dass die Designated Sponsors einen effizienten Markt gestalten können. Sie sind auf Xetra verpflichtet, den indikativen Nettoinventarwert zu veröffentlichen. Dieser fortlaufend berechnete Wert zeigt an, wie viel jeder Anteil am ETF wirklich wert ist. Außerdem werden auf täglicher Basis die exakten Inhalte des Fondsportfolios an die Marktteilnehmer übermittelt. Das heißt, sie zeigen auf, welche Aktien und gegebenenfalls Bargeldbestände tatsächlich im ETF enthalten sind.

Orderbuch bietet einen tiefen Einblick

Wie Krogmann betont, bietet das Xetra-Orderbuch volle Transparenz: Alle Marktteilnehmer werden gleichberechtigt über die momentane Angebots- und Nachfragesituation pro ETF informiert. Das Xetra-Orderbuch zeigt die jeweils zehn besten An- und Verkaufsgebote auf, eingehende Orders werden streng nach einer Preis-Zeit-Priorität gegen das aktuell beste verfügbare Angebot ausgeführt. Anschließend werden die auf Xetra ermittelten Preise umgehend an alle Teilnehmer und über Internetportale verteilt. Dadurch können Anleger zu jedem Zeitpunkt das Marktgeschehen exakt nachvollziehen

Das System hat sich auch in der Krise bewährt

Auch während der Finanzkrise haben sich laut Krogmann die Sicherheitsmechanismen auf Xetra bewährt. Außerdem hat die Deutsche Börse auf Xetra Kauf- und Verkaufsangebote zusammengeführt, also durchweg den Handel ermöglicht. „Ich denke, wir haben unseren Marktteilnehmern eine sehr leistungsfähige und verlässliche Infrastruktur bereitgestellt, die zu jeder Zeit uneingeschränkt verfügbar war. Das ist extrem wichtig, um den Anlegern die Sicherheit zu geben, auch in volatilen Handelsphasen jederzeit zu marktgerechten Preisen kaufen und verkaufen zu können“, sagt er rückblickend. Das sei „ein kleines Votum dafür, einen großen Teil des Handels, der heute noch over the Counter (OTC) stattfindet, auf eine solche transparente und regulierte Plattform zu bringen.“

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