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Zuflüsse bei ETFs auf US-Aktien stark gestiegen

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Die globale ETP-Branche sammelte im September 28 Mrd. USD frisches Kapital ein, der Nettozufluss seit Jahresbeginn beläuft sich auf 230 Mrd. USD. Das ergibt sich aus dem Global ETP-Landscape-Report von BlackRock.

Vor allem die Nachfrage nach Produkten auf US-Aktien hat laut BlackRock das Neugeschäft im September getrieben. Entsprechende ETPs hätten einen Zufluss verbucht, der fünf Mal so hoch gewesen sei wie im August. Produkte auf japanische Aktien und US-Staatsanleihen hätten sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut.

Nachgelassen habe im September hingegen die Wachstumsdynamik in Europa. ETPs mit Listings an europäischen Handelsplätzen sammelten nach Ergebnissen des Reports zwei Milliarden US-Dollar ein – weniger als in jedem anderen Monat im laufenden Jahr. Der Großteil der Zuflüsse sei Produkten auf den breiten europäischen Aktienmarkt zugute gekommen, wenngleich die Neuanlagen auf 1,7 Milliarden Dollar nach 4,6 Milliarden Dollar im August zurückgegangen seien. Dies beeinflusse das Gesamtjahresbild für ETPs auf europäische Aktien aber kaum: Der Zufluss seit Anfang 2015 belaufe sich auf 60 Mrd. USD. Seit 2008 habe die Branche von Januar bis September in keinem Kalenderjahr so viele Mittel hinzugewonnen.

Ursula Marchioni, Chef-Strategin in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) für iShares bei BlackRock, kommentiert: „Ein Vergleich der Mittelzuflüsse am globalen und europäischen ETP-Markt im September zeigt: Global blieb das Momentum intakt, während europäische Investoren an der Seitenlinie verharrten. Unserer Ansicht nach liegt der Grund für dieses Auseinanderklaffen in der Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Zinsen auf ihrem Treffen im September noch nicht anzuheben. Im Zuge dessen waren US-Investoren vor allem an ihrem Heimatmarkt aktiv. In Europa fehlt dieser Effekt, da die Europäische Zentralbank sich in einem ganz anderen Stadium befindet.“

Die Abflüsse aus Schwellenländerprodukten haben laut dem BlackRock-Report im vergangenen Monat offenbar nachgelassen. Zudem sei ein verstärktes Interesse an Schwellenländer-ETPs mit Minimum-Volatility-Strategien beobachtet worden. Dies könne ein frühes Anzeichen dafür sein, dass Anleger sich dort wieder stärker engagieren wollten und gleichzeitig Absicherung nach unten wünschten. Mit Blick auf das gesamte dritte Quartal blieben die Abflüsse aus Schwellenländerprodukten jedoch signifikant. Es könnte also zu früh sein, eine Bodenbildung für Schwellenländermärkte auszurufen, aber gleichzeitig seien die Emerging Markets einen Blick wert. „Nach den Zahlen zum US-Arbeitsmarkt am Freitag, dem 2. Oktober, haben wir bei Investoren ein Verhalten nach dem Motto ‚Die Daten sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind‘ beobachtet. Dies lässt darauf schließen, dass die Erwartungen auf höhere Zinsen durch die Fed verschoben werden, und könnte aus taktischer Sicht ein positives Umfeld für Schwellenländer schaffen“, so Marchioni.

„ETFs haben ihre Rolle als effizientes und daher gefragtes Instrument im Fixed-Income-Bereich weiter gefestigt. Investoren nutzen ETFs, um ihre Portfolios an die Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Zinsen zunächst nicht zu erhöhen, anzupassen. Insbesondere haben sie ihre Positionen in Produkten auf Anleihen mit kurzen Laufzeiten ausgebaut“, so kommentiert Peter Scharl, Leiter Vertrieb iShares in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei BlackRock, die derzeitige Entwicklung am ETF-Markt

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