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Zweite Börsenliga in Top-Form

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Nebenwerte gelten für manche als wahre Stars der Börsenwelt und sind mit Indexprodukten investierbar. Die höhere Dynamik birgt aber auch Risiken .Höheren Risiken stehen höhere Chancen gegenüber – das ist eine der Grundregeln an der Börse. Sie gilt auch für Unternehmen aus der zweiten Börsenliga. Sie zeichnen sich meist durch eine höhere Ergebnisdynamik aus. Ihr Börsenkurs unterliegt aber auch stärkeren Schwankungen als bei Blue Chips zu beobachten. Eine hohe Diversifikation kann dieses Risiko mindern. Am einfachsten zu erreichen ist sie mit Indexprodukten.

Midcaps können zyklische Aufschwungbewegungen meist besser mitnehmen als Blue Chips

Unter Mid Caps versteht man Aktiengesellschaften, deren Marktkapitalisierung nicht an die der großen Standardwerte heranreicht. Die Unternehmen sind meist in Nischen tätig. Häufig können sie früher von einem Aufschwung der Wirtschaft profitieren als Blue Chips. Aber auch auf lange Sicht ist eine Outperformance möglich. Das hat zuletzt eine Studie von Allianz Global Investors gezeigt: Den Ergebnissen zufolge haben sich Nebenwerte im vergangenen Jahrzehnt deutlich besser entwickelt als der breite Aktienmarkt. Während globale Standardwerte von Anfang 2001 bis März 2011 über 40 Prozent zulegten, haben sich Small und Mid Caps im gleichen Zeitraum im Wert mehr als verdoppelt. Als Hauptgrund führt Allianz Global Investors die zyklischen Aufschwungbewegungen an, die sich in höheren Unternehmensgewinnen niederschlagen. Zu den wichtigsten Märkten existieren Indizes, die die Nebenwerte des Landes bzw. der Region abbilden. In Deutschland kommt diese Aufgabe dem MDAX zu.

 

Mit 50 enthaltenen Aktien ist die Benchmark breiter aufgestellt als der DAX, der 30 Titel umfasst. Zu den MDAX-Firmen zählen beispielsweise bekannte Marken wie Douglas, EADS und Fielmann. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate laufen die beiden Benchmarks 7 Prozentpunkte auseinander. Während der DAX 19 Prozent zulegen konnten, schafften die Nebenwerte sogar einen Anstieg um 26 Prozent. Lediglich ein ETF-Anbieter macht den MDAX Index bislang handelbar. Der Indexfonds von iShares kostet 0,52 Prozent p.a. (ISIN: DE0005933923). Da es sich beim MDAX – wie bei allen Indizes der DAX-Familie – um einen Performance- Index handelt, bei dem Dividenden angerechnet werden, werden Ausschüttungen auch beim ETF thesauriert. Im Scope Rating kommt der ETF auf vier Sterne.

Nebenwerte hatten zuletzt die Nase vorn

Breiter ist die Auswahl an ETFs, betrachtet man europäische Nebenwerte. Hier wurden gleich drei Mid Caps-Barometer zugänglich gemacht: Der MSCI Europe Mid Cap, der MSCI EMU Mid Cap und der Euro STOXX Mid. Während sich der an erster Stelle genannte Index auf Gesamteuropa bezieht, sind in den beiden anderen nur Werte aus der Eurozone enthalten. Stellt man die Mid Caps der Eurozone in Form des STOXX-Barometers dem Euro STOXX 50 gegenüber, hatten die Nebenwerte zuletzt die Nase vorn. Auf Ein-Jahres-Sicht beispielsweise steht bei den Blue Chips ein Plus von rund 5 Prozent unter dem Strich. Die 2. Reihe brachte es dagegen auf 14 Prozent. Insgesamt sind fünf Indexfonds mit dem Investitionsziel „europäische Mittelwerte“ am Markt gelistet. Mit jeweils vier Sternen schneiden der iShares Euro STOXX Mid Cap (ISIN: DE000A0DPMX7) und der ComStage ETF MSCI Europe Mid Cap TR (ISIN: LU0392496260) im Scope Rating am besten ab.

Drei Sterne erhält dagegen ein Mid Cap-ETF zum US-Markt: Als einziger Anbieter hat ETFlab einen Indexfonds (ISIN: DE000ETFL276) im Programm, der den MSCI USA Mid Cap Index nachbildet. Die Branchen mit dem höchsten Indexgewicht sind Energie und Investitionsgüter mit je 9 Prozent. Wie bei Mid Cap- Indizes oft der Fall üben Finanztitel, die viele Standard-Benchmarks dominieren, hier weniger Einfluss aus (3 Prozent). Auf Ein-Jahres-Sicht verbucht der ETF ein Plus von rund 9 Prozent. Dagegen zeigt der MSCI USA einen Zuwachs von lediglich 4 Prozent. Und erholt sich die US-Wirtschaft nach der Krise weiter, könnten insbesondere die mittelständischen Unternehmen weiterhin profitieren. Da FED-Chef Ben Bernanke vor zwei Wochen bekannt gegeben hat, die extrem lockere Geldpolitik weiterzuführen, ist die Unterstützung für ein anhaltendes Wirtschaftswachstum jedenfalls gegeben.

Osteuropa kommt wieder zurück

Aufwärts geht es auch wieder in wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen, die die Krise in einer starken Wachstumsphase voll erwischt hatte. Die Rede ist hier konkret von Osteuropa. Die Wiener Börse hat im Dezember 2007 einen eigenen Index aufgelegt, der die umsatzstärksten und höchstkapitalisierten Mittelwerte abbildet, die an Börsen in Osteuropa gehandelt werden. Bislang ist der Index lediglich über Zertifikate investierbar. Was die Branchen-Verteilung angeht, bildet das Barometer eine Ausnahme: Schwergewichte sind mit jeweils über 10 Prozent Index-Gewicht die Bank Handlowy und die ING Bank Slaski. Insgesamt ist der Index sehr bankenlastig. Nach Ländergewichtung betrachtet kommt Polen auf den höchsten Indexanteil. Idee und Umsetzung des CECE Mid-Index überzeugen.

Doch bei allen Investitionen in Mid Caps ist zu beachten, dass den größeren Chancen, welche die Aktien der dynamischen Mid Caps bieten, auch höhere Risiken gegenüberstehen. Das zeigt insbesondere der Chart des CECE Mid deutlich: Nachdem der Index im Oktober 2007 sein Allzeit-Hoch bei 4.489 Punkten erreichte hatte, stürzte er bis März 2009 auf unter 1.000 Zähler ab – ein Verlust von fast 80 Prozent. Nun erfolgt die Erholung. Bis die alten Niveaus wieder erreicht sind, kann es aber noch dauern. Eine ständige Marktbeobachtung ist bei solchen Investments daher ratsam.

Dieser Artikel wurde der Analysis Kompakt Nr. 05/2011 von Scope entnommen.

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