Bisher galten ETFs als sehr gut handelbar, auch in Krisenzeiten. Doch mit der Politik der EZB, Unternehmensanleihen zu kaufen, gibt es Sorgen. Wie krisenfest sind Indexfonds im Zeichen von Brexit und Zinserhöhungen?

„Wir spüren schon, dass sich Investoren wegen eines möglichen Brexit zurückhalten und umschichten“, berichtet Frank Mohr, Head of ETF Sales & Trading bei der Commerzbank ( Zum Testbericht), die als einer der größten Market Maker in Europa fungiert.

Auch Heike Fürpaß-Peter, Leiterin Retail-Vertrieb bei Lyxor ETF für die deutschsprachigen Regionen, sieht ähnliche Bewegungen, beruhigt aber: „Bisher haben ETFs noch jede Krise gemeistert, und ein Brexit oder die Zinserhöhung durch Fed sind verglichen mit der Finanzkrise 2008 kein großer Bruch.“ Dennoch gibt es Sorgen im Fall der Unternehmensanleihen. „Die sind nicht so liquide wie Aktien“, betont Frank Mohr, „oft werden Kurse nur einmal am Tag festgestellt.“ Deshalb könne es schon Schwierigkeiten geben, zumal die EZB jetzt auch Unternehmensanleihen kauft.

„Wenn es zu einer echten Zinswende kommt und alle plötzlich wieder aussteigen wollen, gibt es Stress“, warnt Mohr, „denn ETFs sind auch nur so liquide wie die Basiswerte“. Der Rat der Experten: „Wer in der Krise handeln möchte, sollte dies nie unlimitiert tun und sein Portfolio insgesamt gut diversifizieren.“

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber des EXtra-Magazins. Einer der führenden ETF-Informationsplattformen in Deutschland. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzen und Geldanlage mit Schwerpunkten auf Exchange Traded Funds, Robo-Advisors und digitale Bankdienstleistungen und ist ein gefragter Experte auf diesen Gebieten.