Start News ETFs: Griechenlandkrise sorgt für nervöse Zuckungen

ETFs: Griechenlandkrise sorgt für nervöse Zuckungen

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Der Einfluss von Griechenlands Abstufung auf die am Markt aktiven Anleger ist nur von kurzer Dauer. Investoren sind zuversichtlich und kaufen. Doch sind die meisten Bücher wohl schon geschlossen und man bleibt investiert.

Frankfurt (Börse Frankfurt). Investoren sind bereits mehr mit Weihnachtseinkäufen und Vorbereitungen für das Fest beschäftigt, als sich wirklich aktiv am Handelsgeschehen zu beteiligen. Dies ist zumindest die Beobachtung der Market Maker im Handel mit ETFs an der Börse Frankfurt. „Die Ereignisse um die Abstufung Griechenlands durch die Rating-Agentur Fitch haben die Anleger zunächst in eine abwartende Haltung versetzt“, sagt Bernardus Roelofs von Flow Traders. Die Credit Spreads – die Renditedifferenzen zu sicheren Staatsanleihen – seien größer geworden, doch die Situation hätte sich schnell wieder gefangen, erzählt Roelofs. Insgesamt sei das Geschäft jedoch bereits sehr ruhig. „Die Bücher vieler Investoren sind bereits geschlossen.“

Noch am Markt aktive Anleger sind derzeit eher auf der Käuferseite zu finden. „Ende vergangener Woche haben wir zwar vorwiegend Verkäufer gesehen, doch das Bild hat sich zum Wochenanfang wieder verändert“, berichtet Roelofs. Gestern und heute seien wieder Käufer unterwegs – ohne dass jedoch eine bestimmte Anlageklasse bevorzugt werde. „ETFs mit nordamerikanischen, koreanischen und japanischen Aktien, mit Cororate Bonds und Emerging Markets-Anleihen werden bei den börsengehandelten Index-Fonds nachgefragt.“

Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) beobachtet Ähnliches: „Portfoliobereinigung treibt das Geschäft so kurz vor Ende des Jahres. Gewinne werden gehoben, Portfolien umgeschichtet bzw. übertragen, aber alles ohne eine bestimmte Richtung oder Trend.“

Bastian Ohta von der Unicredit Group meint, dass der Handel in den großen Indizes wie DAX oder DJ Euro Stoxx 50 vor allem „kostenorientiert“ sei. „Welcher ETF gekauft wird, hängt von den Gebühren ab. Gegebenenfalls wird in den Günstigeren umgeschichtet.“ Der Markt hat sich kaum bewegt und dementsprechend sei wenig Neues zu berichten.

Unterm Strich mehr Käufer

Auch Mark Schönbrodt von der Dekabank kann durchaus mehr Käufer als Verkäufer ausmachen. USA mit dem MSCI USA-ETF (WKN A0RGCQ) wird gekauft, in Europa setzen Investoren sowohl auf den DJ Euro Stoxx 50 als auch auf den MSCI Europe mit den entsprechenden Produkten (WKNs DBX1ME und ETFL02).

Kurzläufer laufen

Bei Anleihen-ETFs wollen sich Investoren zurzeit nur kurz binden und kaufen Renten-ETFs mit kurzen Restlaufzeiten zwischen ein und drei Jahren (WKNs DBX0AD und ETFL12).

Zyklisch oder nicht zyklisch: Das ist hier die Frage

Gregor Hamme, der bei der Unicredit Group ETFs auf Sektoren-Indizes betreut, kann beobachten, dass vergangene Woche noch zyklische ETFs wie DJ Euro Stoxx 600 Basic Resources auf der Verkaufsliste standen und dagegen in nicht zyklische Branchen wie DJ Euro Stoxx 600 Telecom investiert wurde. „Der Sektoren-Index Basic Resources hat mit einem Plus von 87 Prozent unter den Sektoren 2009 die stärkste Wertentwicklung gezeigt“, sagt der Market Maker. Doch zum Wochenanfang habe sich das komplett umgedreht. „Nun sind die Zykliker wieder gefragt.“ Gekauft hätten Anleger vor allem den Lyxor Basic Resources-ETF (WKN LYX0AX). Verkauft wird dagegen der DJ Eurostoxx Select Dividend-ETF (WKN 263528). „Ich interpretiere das so, dass Investoren auf eine Jahresendrallye setzen, von der volatilere Werte stärker profitieren als die weniger konjunktursensitiven Aktien, wie sie in einem dividendenstarken ETF versammelt sind.“

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. © Dorothee Liebing

 

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