Ein BMW-Rennwagen bei einer Testfahrt im portugiesischen Estoril.
Ein BMW-Rennwagen bei einer Testfahrt im portugiesischen Estoril.

Der Autosektor steckt im Umbruch, viele Belastungsfaktoren lasten auf der Branche. Doch sollten die Gewitterwolken sich einmal verzogen haben, haben die Werte enormes Aufholpotenzial. 

Die Autobranche hat eine fundamentale Bedeutung für die deutsche Konjunktur. Das verdeutlichen die jüngsten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für den Zeitraum Juli bis Ende September. Weil der Industriezweig hustete, bekam die Wirtschaft einen Schnupfen. Die Leistung schrumpfte im vorigen Quartal und das hat vor allem mit der Autoindustrie zu tun. Hintergrund sind Probleme wegen der Umstellung auf den neuen Abgas-Prüfstandard WLTP. Weil nicht alle Auto-Modelle rechtzeitig eine Genehmigung für eine Neuzulassung hatten, mussten die Hersteller ihre Produktion drosseln. Ein massiver Rückgang der Verkaufszahlen in Europa war die Folge! Der Automobilsektor, der ohnehin wegen der Unsicherheit über den Handel mit den USA und dem Dieselskandal unter Druck steht, musste eine weitere schlechte Nachricht verdauen.

Steigender Kosten- und Innovationsdruck

Auch hinter den Anlegern von Autoaktien liegen schwere Zeiten. 2018 haben die Autowerte rund 20 Prozent verloren, so viel wie kaum eine andere Branche. Die Rekordstände der Hersteller- und meisten Zuliefererwerte liegen schon einige Jahre zurück. Die Autoaktien sind durch die Kursrückgänge günstig geworden, was die Kurs-Gewinn-Kennziffer verdeutlicht. Eine BMW mit einem KGV von unter 8 – deutsche Autobauer waren schon lange nicht mehr so günstig. Einige Anleger könnten nun in Versuchung geraten, einzusteigen. Doch das ist nur etwas für ganz Mutige. Zu viel Störfeuer zündelt noch im Raum. Man denke nur an die nötigen Milliarden-Investitionen für neue Technologien wie das Elektroauto. Der steigende Kosten- und Innovationsdruck kann zwar eine Chance sein, dürfte zunächst aber eine große Bürde bedeuten.

Nur für Mutige

Allerdings gibt es auch Hoffnung: In Deutschland könnte eine Einigung im Diesel-Streit einen großen Unsicherheitsfaktor beseitigen, was sich auch positiv auf die Absatzzahlen auswirken könnte. Die Schwierigkeiten mit dem neuen Abgastest WLTP sind bald behoben, die Produktion dürfte wieder hochgefahren werden. Und neue Zölle könnten weiter ausbleiben. Sollte die Branche Licht am Ende des Tunnels sehen, haben die Branchentitel großes Potenzial. ETF-Anleger können mit dem Lyxor STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF (WKN: LYX0AN) den Sektor abbilden. Der zu jährlichen Gebühren von 0,30 Prozent laufende Fonds bündelt Unternehmen des europäischen Automobilhersteller- und zulieferer-Sektors aus dem sektorübergreifenden STOXX Europe 600 Index ab. In diesem Jahr hat der ETF aufgrund der schwachen Branchenperformance schwer an Wert eingebüßt, in langfristiger Perspektive kommt der Anleger aber auf seine Kosten.

Lyxor STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF

WKN: LYX0AN ISIN: FR0010344630
Kurs

54,98 €

Kosten (TER) 0,30 %
Fondsvolumen 35,72 Mio. €
Indexabbildung synthetisch
1 Monat -6,47 %
Lfd. Jahr -24,51 %
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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.