Wenn Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen, wird schnell Kritik laut. Nachhaltig Investieren sehe anders aus, so der Vorwurf. Doch für Anleger zahlen sich die Buybacks oftmals aus.
Wenn Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen, wird schnell Kritik laut. Nachhaltig Investieren sehe anders aus, so der Vorwurf. Doch für Anleger zahlen sich die Buybacks oftmals aus.

Die USA sind in vielem Vorreiter, auch beim Thema Aktienrückkäufe. Dort gehört es fast schon zum guten Ton, Rückkaufprogramme aufzulegen. Schätzungen zufolge wird in diesem Jahr die bisherige Rekordsumme aus 2017 von 800 Milliarden US-Dollar, die die im S&P 500 versammelten Unternehmen für Aktienrückkäufe hinblättern, locker getoppt. Es ist gut möglich, dass die Firmen summa summarum die eine Billion Dollar-Grenze erreichen. Warum aber sind die Rückkaufprogramme eigener Anteile derzeit so in Mode? Es liegt auf der Hand: Dank der jüngsten Steuerreform und der robusten Konjunktur sitzen die US-Unternehmen auf riesigen Geldbergen, nur sie wissen nicht wohin damit. Die Preise für Zukäufe sind oft schon viel zu hoch, da liegt es nahe, mit Rückkaufaktionen die überbordenden Budgets etwas zu entlasten.

Kurspflege einmal anders…

Der schöne Nebeneffekt: da die von den Firmen zurückgekauften Aktien größtenteils vernichtet werden, sind weniger um Umlauf, so das der Gewinn je Aktie automatisch zunimmt. Den Anleger freut es, denn die Auswirkungen auf den Aktienkurs sind in der Regel positiv. Laut einer Analyse von Morgan Stanley steigt der Kurs des entsprechenden Anteilscheins zwölf Monate nach Auflegung eines Buyback-Programms um mehr als zehn Prozent stärker als der Marktdurchschnitt. Dass die Kurspflege keinen guten Ruf aufweist, tritt dabei in den Hintergrund. Phantasielos sei das, lautet einer der Vorwürfe, die Unternehmen sollten überschüssige Mittel lieber investieren, um langfristig und nachhaltig zu wachsen.

Europas Firmen haben Nachholbedarf

In Europa zeigen sich die Unternehmen im Vergleich zu den USA in Sachen Rückkäufen noch sehr zurückhaltend. Die hiesigen Konzern erhöhen lieber die Dividende, als dass sie Aktien rückerwerben. Und doch können die Programme Schwung liefern. So hat beispielsweise der Adidas-Konzern seit 2014 große Aktienrückkaufprogramme laufen, der Kurs hat sich seither verdreifacht. Wer nicht auf einzelne Titel setzen will, kann auch mit einem ETF an Rückkäufen mitverdienen. So bietet der AMUNDI ETF MSCI EUROPE BUYBACK UCITS ETF (WKN: A14V4W) Zugang zu europäischen Unternehmen mit einer hohen Aktienrückkaufquote. Alle Titel im Index sind gleichgewichtet. Der Amundi ETF ist ein kleiner Fonds mit 76 Millionen Euro Volumen. Seit Januar ist der ETF mit 2,32 Prozent im Plus, 2017 gelang ein Gewinn von fast 13 Prozent. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,30 Prozent p.a.

AMUNDI ETF MSCI EUROPE BUYBACK UCITS ETF

WKN: A14V4W ISIN: FR0012805687
Kurs

179,94 €

Kosten (TER) 0,30 %
Fondsvolumen 74,43 Mio. €
Indexabbildung synthetisch
1 Monat +1,03 %
Lfd. Jahr +3,07 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

Weitere interessante Investmentmöglichkeiten finden Sie in unserem ETF-Anlageleitfaden. Dieser erleichtert Ihnen den Einstieg in die Welt der Exchange Traded Funds (ETFs). Wir stellen Ihnen darin die Anlagemöglichkeiten einzelner Länder, Regionen, Sektoren oder Investmentthemen vor.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.