Buyback-ETF: Rendite mittels Kurspflege

Woher sollen frische Impulse für die Aktienkurse kommen, wenn der Trump-Effekt einmal ausläuft? Eine Quelle können Aktienrückkäufe sein, die besonders in den USA beliebt sind. Anleger profitieren mit entsprechend konzipierten Buyback-ETF von solchen Programmen.

Die Finanzmärkte befinden sich in einer ambivalenten Lage. Einerseits trauen viele Marktteilnehmer dem neuen mächtigen Mann in Washington nicht über den Weg. Donald Trump könnte mit seinem konfrontativen und auch unberechenbaren Politikstil den Karren gegen die Wand fahren, fürchtet der ein oder andere Kapitalanleger. Andererseits setzen die Märkte gerade auf den Trump-Effekt und versprechen sich von seiner ausgabefreudigen Wirtschaftspolitik neue Akzente.

Trump kündigte etwa milliardenschwere Infrastrukturprojekte, Steuersenkungen für Unternehmen und weniger Auflagen resp. Regulierungen für die Energie- und Finanzbranche an. Stimuli-Anreize sondergleichen! Die Kurse der von dem erwarteten Boom in den USA potenziell profitierenden Unternehmen sind seit Wochen im Aufwind. US-Aktienindizes fahren einen Rekord nach dem anderen ein.

Aktienrückkäufe liefern frische Kursimpulse

Was aber ist, wenn Trump die Erwartungen nicht erfüllen kann? Oder seine Ankündigungen wieder vergisst? Historisch gesehen unterschlagen die Präsidenten die Hälfte ihrer Versprechungen. Woher sollen dann die Impulse für steigende Aktienkurse kommen? Ein Katalysator können Aktienrückkaufprogramme sein, die gerade in den USA sehr beliebt sind und auch die bessere Entwicklung des US-Marktes in den vergangenen Jahren im Vergleich zu anderen Börsen zu einem großen Teil erklären. Die Nachfrage nach Aktien wird dabei künstlich gesteigert, wodurch sich eine rechnerische Erhöhung des Gewinns je Aktie durch Vernichtung aufgekaufter Aktien ergibt. Beides kann zu Kurssteigerungen führen. Bei konstanter Dividende erhöht sich darüber hinaus die Ausschüttung pro Anteilsschein. „Sollte in den USA der Trump-Versuch zur Wirtschaftsbelebung durch mehr Staatsschulden misslingen, etwa weil steigende Zinsen in den USA den Aufschwung abwürgen, so kann es im Verlauf des zweiten Halbjahres zu einer schwierigen Situation kommen“, schreibt Jan Ehrhardt von der DJE Kapital AG in einem aktuellen Marktausblick. Bei dann wieder aufkommenden Konjunkturbedenken könnten sich die vorgenommenen Zinserhöhungen als Fehler herausstellen. Aktienrückkäufe könnten dann erneut zum dominierenden Nachfragefaktor an der Wall Street werden.

Zwei Buyback-ETF zur Depotbeimischung

Wenn Firmen eigene Aktien zurückkaufen, kann ein Buyback-ETF, der diese Unternehmen abbildet, ein gutes Investment zur Depotbeimischung ein. Sollten die Aktienrückkäufe außer Mode kommen, ist zumindest Vorsicht geboten. Der Amundi ETF S&P 500 Buyback UCITS ETF (WKN: A14MC4) bietet Zugang zu 100 Aktien mit den höchsten Aktienrückkaufquoten aus dem Universum des S&P 500-Index. Im laufenden Jahr beträgt die Wertentwicklung 1,70 Prozent, im vergangenen lag die Rendite bei 18,88 Prozent. Die Kosten für dieses Produkt belaufen sich auf 0,15 Prozent p. a. Der PowerShares GF IE Plc – Global Buyback Achievers UCITS ETF (WKN: A114UD) besteht aus Aktien des NASDAQ US und International Buyback Achievers-Index, der weltweite Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren einsammelt. Einziges Kriterium ist: Die Werte müssen im zurückliegenden gleitenden Zwölfmonatszeitraum netto fünf Prozent oder mehr ihrer ausstehenden Aktien zurückgekauft haben. US-Titel sind mit rund 60 Prozent vor japanischen mit rund zehn Prozent gewichtet. Die Performance in diesem Jahr liegt bei 2,24 Prozent. Der ETF kostet 0,39 Prozent im Jahr.

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Invesco Global Buyback Achievers UCITS ETF

WKN: A114UD ISIN: IE00BLSNMW37
Kurs

27,36 €

Kosten (TER) 0,39 %
Fondsvolumen 77,50 Mio. €
Indexabbildung physisch
1 Monat -3,97 %
Lfd. Jahr -3,98 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.