Start ETFs im Fokus Das Ende des Anleihen-Booms droht

Das Ende des Anleihen-Booms droht

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Der Euro / Bund Future steigt seit Jahren. Bald könnte die Rally aber vorbei sein. Vielfältige Instrumente bieten Chancen, um von dieser Entwicklung zu profitieren.

Jeder Trend ist einmal vorüber. Derzeit mehren sich die Stimmen, die ein Ende des billigen Geldes ankündigen. Eine dieser Stimmen ist Andreas Leckelt von der Laransa Private Wealth Management. Der Experte sieht an den Märkten derzeit eine paradoxe Situation. Trotz guter Wirtschaftsdaten, beispielsweise aus den USA, fallen die Notierungen. Um den Grund zu erfassen, müssen Anleger um die Ecke denken: Gute Wirtschaftszahlen machen Stützungskäufe der Notenbanken zunehmend überflüssig – doch daran, ob die Märkte auch ohne Geldspritzen weiter steigen können, zweifeln derzeit viele Anleger.

Parallelen zum US-Anleihen-Crash von 1994?

Leckelt zieht Parallelen zum großen Rentenmarktcrash von 1994: Damals hob die US-Notenbank die Zinsen binnen kürzester Zeit deutlich an. Als Folge dessen gaben die Notierungen für Staatsanleihen deutlich nach. Blickt man auf die Entwicklungen in dieser Anlageklasse, ist Korrekturbedarf offensichtlich: Seit Jahren klettert der Euro / Bund Future, der als Referenz für deutsche Staatsanleihen gilt.

Ähnlich wie während der Finanzkrise sämtliche Notenbanken begannen, die Wirtschaft zu stützen und Geld zu drucken, könnten heute die wichtigsten Währungshüter zurückrudern und die expansive Geldpolitik nach und nach beenden. Auch wenn ein Szenario wie beim US-Anleihen-Crash von 1994 noch weit entfernt wirkt, haben Anleihe-Barometer während der vergangenen Tage bereits erste Rückschläge hinnehmen müssen.

Vielfältige Möglichkeiten für Bond-Pessimisten

Anleger, die auf niedrigere Kurse bei Anleihen setzen wollen, können sich den Lyxor ETF Daily Double Short Bund (WKN: LYX0FW) näher ansehen. Der Index bildet Kursverluste des Euro / Bund Future mit einem doppelten Hebel ab und dürfte von einem Kurseinbruch daher deutlich profitieren. Der Index orientiert sich an den Notierungen für deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Im laufenden Jahr erwirtschaftete der Index einen Verlust von knapp 4 Prozent. Während der abgelaufenen Woche kletterte der Index jedoch bereits um 4,8 Prozent. Hält die Dynamik des Kursverlusts an, bietet die gehebelte Version des ETFs große Chancen. Die Gesamtkostenquote liegt hier bei 0,2 Prozent.

Anleger, die geringere Risiken eingehen wollen, sollten sich den ComStage ETF CB Bund-Future Short (WKN: ETF562 ) näher ansehen. Das Produkt verknüpft eine Short-Strategie auf den Euro / Bund Future mit einer Verzinsung des nicht gebundenen Kapitals zum EONIA-Zinssatz. Im laufenden Jahr lag der Verlust bei knapp 2 Prozent. In der vergangenen Woche erwirtschaftete der Index dagegen einen Gewinn von 2,4 Prozent. Die Gesamtkostenquote liegt hier ebenfalls bei 0,2 Prozent.

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