Experten beurteilen die Marktlage für Rohstoffe so gut wie schon lange nicht mehr.

Das Investment-Case für Commodities ist laut Experten derzeit so stark wie schon lange nicht mehr. Typischerweise in Spätphasen des Konjunkturzyklus liefern Rohstoffe die höchsten Renditen aller Anlageklassen.

Das Fahrwasser an den weltweiten Aktienmärkten dürfte über die Sommermonate angesichts der politischen Unwägbarkeiten unruhig bleiben. Die meisten Sorgen der Marktteilnehmer werden durch die protektionistische Handelspolitik der US-Administration und deren Zollstreit mit internationalen Handelspartnern geschürt. Anleger sollten in dieser Stimmungslage ihre Blicke auf andere Märkte jenseits von Aktien richten, raten die Experten von Goldman Sachs in einer aktuellen Empfehlung. Darin bestätigten die Analysten ihre Anlageempfehlung für Rohstoffe. Laut der US-Bank sind Bedenken für Investments in Öl und andere Rohstoffe nicht angebracht. Dies gelte sogar für die Rohstoffe, die am meisten unter dem Handelskrieg zwischen den USA und China leiden würden. Dieser beeinflusse nur jene Märkte, die nicht weltweit an andere Verbraucher weitergeleitet werden könnten. Dies aber sei nur bei wenigen Commodities der Fall. Etwa Sojabohnen, die nicht vollständig auf andere Märkte umgeleitet werden könnten, seien von ihrem Mehrjahrestiefs kurz nach der Ankündigung der Strafzölle wieder zurückgekommen und nun einen Kauf wert.

Starke Argumente für steigende Rohstoffnotierungen

Auch die Entscheidung der OPEC, die Rohöl-Produktion zu erhöhen, stelle keinen Einfluss mehr dar, so Goldman Sachs mit Blick auf den Ölmarkt. Die Strategen gehen davon aus, dass der Ölpreis weiter anzieht. Allein schon aufgrund der realen Gegebenheiten: Denn es ist zum einen sehr anspruchsvoll, die Förderung in dem notwendigen Ausmaß von bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag von jetzt auf gleich zu erhöhen, weil die technischen Produktionsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Zum anderen gibt es in wichtigen Förderländern Probleme, die die Produktion behindern, wie etwa in Venezuela, Kanada und Iran. Von November an wollen die USA Länder, die Öl aus der Islamischen Republik beziehen, bestrafen. Die Exporte würden entsprechend fallen, das Angebot weiter sinken. Allein die Ankündigung der USA bugsierte den Ölpreis in die Höhe. Goldman Sachs bekräftigte darüber hinaus, dass durch das globale Wachstum und den Abbau von Lagerbeständen auf den Energie- und Metallmärkten ein Anstieg bei den Rohstoffpreisen unumgänglich ist.

Überdurchschnittliche Rendite möglich

Für die Analysten der HSH Nordbank ist der Investment-Fall für Rohstoffe sogar so stark wie seit vielen Jahren nicht mehr. Ein Investment in Rohstoffe habe in diesem Jahr im Vergleich zu allen anderen Asset-Klassen eine überdurchschnittliche Rendite generiert, so Experte Jan Edelmann. In der Spätphase des Konjunkturzyklus sollte es zu einer sichtbaren Outperformance von Rohstoffen kommen. ETF-Anleger können beispielsweise mit dem Lyxor Commodities Thomson Reuters/CoreCommodity CRB TR UCITS ETF (WKN: A0JC8F) ihr Depot auf Rendite trimmen. Der Thomson Reuters/CoreCommodity CRB Index ist ein breiter Rohstoffindex, der Zugang zu 19 Rohstoffen bietet – Rohöl, Edel- und Basismetalle sowie Agrarrohstoffe. Der Fonds legte in diesem Jahr bereits um 4,56 Prozent zu. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,35 Prozent.

Lyxor Commodities Thomson Reuters/CoreCommodity CRB TR UCITS ETF

WKN: A0JC8F ISIN: FR0010270033
Kurs

15,32 €

Kosten (TER) 0,35 %
Fondsvolumen 957,12 Mio. €
Indexabbildung synthetisch
1 Monat -2,70 %
Lfd. Jahr +3,45 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.