Ein gewisses Maß an Risiko ist gesund, um den Gewinn zu steigern.
Viele Anleger haben große Angst vor Verlusten. Laut Experten verbauen sie sich damit aber die Aussicht auf gute Gewinne. Ein ETF versucht den Spagat - überschaubares Risiko und solider Gewinn.

Experten raten derzeit von Mischfonds ab, weil die Renditeaussichten von Anleihen wegen der niedrigen Zinsen zu gering sind. Dennoch entsprechen die Produkte dem Zeitgeist und treffen den Nerv vieler Anleger. Denn sie versprechen Sicherheit, aber gleichzeitig auch einen Gewinn, indem sowohl in sichere Anleihen als auch in riskantere Aktien, die in der Vergangenheit renditestärker als Anleihen waren, investiert wird. Nach Ansicht von Stefan Duchateau, Experte für Portfolio- und Risikomanagement bei PT Asset Management und Fondsberater des aktiven Investmentfonds PTAM Global Allocation UI (WKN: A1JCWX), tappen viele Anleger angesichts der extrem niedrigen Renditen von Staatsanleihen derzeit in diese typische Sicherheitsfalle. „Die Angst vor Verlusten sitzt bei manchen so tief, dass sie vermeintlich riskante Anlageklassen wie Aktien zu Gunsten der ertragsschwachen festverzinslichen Anlagen reduzieren, nur um die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes im Gesamtportfolio zu reduzieren“, führt Duchateau in einem aktuellen Marktkommentar aus.

Mischfonds sind derzeit unattraktiver

Die Angst vor Verlusten treibt manchmal seltsame Blüten. Die Abneigung gegen Risiken führt laut Duchateau dazu, dass sich Anleger mehr vor Verlusten fürchteten, als dass sie sich auf Gewinne freuen könnten. Der durchschnittliche Anleger verfüge über einen Zeithorizont von gerade einmal sechs Jahren. Wenn er nach Ablauf dieser Zeit in einem ausgewogenen Mischfonds, der aus Aktien und Anleihen bestehe, mit einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit ein positives Ergebnis erzielen wolle, müsse er umso mehr Staatsanleihen in den Fonds aufnehmen je niedriger die Verzinsung dieser Anleihen sei. „Damit verbauen sich diese Anleger selbst die Aussicht auf Rendite. Sie gehen damit langfristig das größere Risiko ein, weil sie kurzfristig Risiken um jeden Preis vermeiden wollen“, schlussfolgert der Experte.

Ein wichtige Risiko-Kennzahl ist die Sharpe Ratio

Duchateau fordert ein Umdenken. Ein gesundes Maß an Risikoaffinität kann den Gewinn erheblich steigern, ohne gleich ganz jegliche Sicherheiten abzulegen. Eine aussagekräftige Kennzahl in diesem Zusammenhang ist die Sharpe Ratio. Sie signalisiert, ob das Eingehen von Risiken den Investor mit höheren Kursgewinnen des Fonds entschädigt. Je höher diese Kennzahl ist, umso besser. Mit dem iShares VI plc – Edge MSCI World Minimum Vol. UCITS ETF (WKN: A1J781) stellt sich der Anleger breit auf, und reduziert damit zugleich das Verlustrisiko, indem bestimmte Kursverläufe geglättet werden. Zusätzlich ist der ETF mit einer Mindestvolatilitätsstrategie ausgestattet. Ausgewählt werden nur diejenigen Wertpapiere aus dem MSCI World Index, die die niedrigsten absoluten Renditeschwankungen besitzen. Die Sharpe-Ratio (1 Jahr) liegt bei ordentlichen 1,55. Der ETF erwirtschaftete in diesem Jahr einen Gewinn von 7,97 Prozent. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,30 Prozent.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.