Der OPEC+-Beschluss, mehr Öl zu fördern, dürfte den Engpass auf dem Ölmarkt nur marginal verringern. Die Ölpreise dürften hoch bleiben, die Einnahmen der Förderländer und Margen der Energieunternehmen ebenfalls. Profitieren können aber auch Anleger.
Der OPEC+-Beschluss, mehr Öl zu fördern, dürfte den Engpass auf dem Ölmarkt nur marginal verringern. Die Ölpreise dürften hoch bleiben, die Einnahmen der Förderländer und Margen der Energieunternehmen ebenfalls. Profitieren können aber auch Anleger.

In Wien tagten am vergangenen Wochenende die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Russland, ein weiteres wichtiges Förderland, war ebenfalls geladen, auch wenn es der OPEC nicht angehört. Die Gruppe inkl. weiterer Förderländer wie Russland und Mexiko, genannt OPEC+, wollte sich über die zukünftige Höhe der Öl-Förderung verständigen. Und es kam zu einer Vereinbarung: Nach Aussagen von Khalid Al-Falih, dem Energieminister des wichtigsten OPEC-Mitglieds Saudi-Arabien, will die OPEC+ in den kommenden Monaten zusammen etwa eine Mio. Barrel Öl am Tag zusätzlich fördern. Die Ölpreise legten nach der Entscheidung über ein stärkeres Angebot auf dem Weltmarkt dennoch zu. Beobachter erklärten, am Markt sei mit einer deutlicheren Ausweitung der Fördermenge gerechnet worden.

Ölpreis wird hoch bleiben

Denn die Einigung ist im Grunde eine Finte: Die angekündigte Erhöhung reicht bei Weitem nicht aus, um die Produktionsausfälle in wichtigen Ländern wie Venezuela und dem Iran zu kompensieren. „Es gilt abzuwarten, ob es das Kartell tatsächlich schaffen kann, die Fördermenge derart kräftig auszuweiten“, so Rohstoffanalyst Jan Edelmann von der HSH Nordbank. „Denn unabhängig von der Ankündigung sind die unmittelbar frei verfügbaren Kapazitäten der Mitgliedsländer beschränkt.“ In dem Krisenland aus Südamerika ist angesichts völlig maroder Anlagen an eine verlässliche Ölförderung gar nicht zu denken, und dem Iran droht ein Boykott. Seitdem die USA Wirtschaftssanktionen gegen das Land in Kraft gesetzt haben und auch allen iranischen Handelspartnern damit drohen, will sich kaum jemand mehr auf Ölgeschäfte mit der Islamischen Republik einlassen. Sollte nun in der Haupturlaubszeit im Sommer vor allem in den Industriestaaten wieder mehr Öl nachgefragt werden, scheint die OPEC-Vereinbarung nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. „Die globale Öl- und Gasnachfrage steigt“, ist Rainer Seele, Chef des österreichischen Energiekonzerns OMV überzeugt. Unterm Strich ist also eher mit einem steigenden Ölpreis zu rechnen.

And the winner is…

Nicht zuletzt haben alle Produzenten auch ein Interesse an einem höheren Ölpreis – unabhängig davon, welche Meinung sie in der Öffentlichkeit vertreten. Verlierer sind die Verbraucher, an der Tankstelle dürfte Benzin nicht günstiger werden. Gewinner aber sind die Energieunternehmen, deren Margen hoch bleiben, und möglicherweise auch die Anleger. Diese können etwa mit dem Amundi MSCI World Energy UCITS ETF – EUR (WKN: A2H57Y) in Energie-Unternehmen in den Industrieländern weltweit investieren. Und das zu günstigen Konditionen (Gesamtkostenquote: 0,35 Prozent im Jahr). Der Fonds kommt trotz junger Auflage (Ende Januar 2018) bereits auf ein Volumen von 139 Mio. Euro. In den vergangenen drei Monaten rentierte das Produkt mit 16,35 Prozent.

AMUNDI MSCI WORLD ENERGY

WKN: A2H57Y ISIN: LU1681046006
Kurs

299,40 €

Kosten (TER) 0,00 %
Fondsvolumen 113,95 Mio. €
Indexabbildung synthetisch
1 Monat -0,08 %
Lfd. Jahr 0,00 %
Mehr Infos zum: AMUNDI MSCI WORLD ENERGY
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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.