Start ETFs im Fokus ETF-Power fürs Depot

ETF-Power fürs Depot

81
energieetf2

Für antizyklisch handelnde Anleger ist nun ein guter Zeitpunkt gekommen, um mit einem ETF breit gestreut auf die Aktien europäischer Energieversorger zu setzen.

Aktionäre von RWE brauchen starke Nerven. Denn die Aktie des Energiekonzerns hat in den zurückliegenden drei Jahren in der Spitze 58 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Außerdem sind die jüngsten Quartalszahlen nicht gerade berauschend ausgefallen: RWE steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres von 38,4 auf 39,9 Milliarden Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis kletterte geringfügig von 1,89 auf 1,92 Milliarden Euro, aber wird im kommenden Jahr voraussichtlich nur noch zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Euro liegen. Diese tristen Perspektiven dürften jedoch im aktuellen Aktienkurs eingepreist sein.

Änderungen der Geschäftsmodelle sind notwendig

Ohne Zweifel brauchen Anleger bei Aktien von Energieversorgern viel Geduld. Üppige Gewinne innerhalb weniger Wochen lassen sich mit diesen Papieren nicht erzielen. Aber mittel- bis langfristig dürfte es sich lohnen, breit gestreut auf diese Titel zu setzen. Unter anderem, weil die Vorstandschefs von zehn europäischen Energieversorgern für eine Reform der Ökostrom-Förderung plädieren. Dies ist durchaus nachvollziehbar, da die Gewinnentwicklung der von ihnen geführten Konzerne unter der derzeitigen Ökostrom-Förderung leidet. Welche Entscheidungen die verantwortlichen Politiker diesbezüglich treffen werden, steht in den Sternen. Fakt ist hingegen, dass europäische Energieversorger ihre Geschäftsmodelle ändern müssen, um künftig wieder attraktive Margen erzielen zu können.

Viele Energieproduzenten wollen sich zu Dienstleistern weiterentwickeln

Aus Anlegersicht interessant sind die Ergebnisse einer Studie, die Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers erstellt haben. Unter anderem wurde ermittelt, dass weltweit 94 Prozent der Energieversorger bis 2030 mit einer Transformation oder zumindest mit wichtigen Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle rechnen. Und 82 Prozent der Energiekonzerne sehen in der dezentralen Energieerzeugung zum Beispiel mit Solaranlagen oder Blockheizkraftwerken eine Chance. Darüber hinaus wollen sich viele Energieproduzenten zu Dienstleistern weiterentwickeln, die ihren Kunden bei allen Fragen rund um das Thema Energie als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Brennelementesteuer ist eventuell verfassungswidrig

Von großer Bedeutung ist auch, dass das Hamburger Finanzgericht eine Klage gegen die Brennelementesteuer an den Europäischen Gerichtshof weitergeleitet hat. Sollte sich herausstellen, dass diese Steuer mit dem Europarecht nicht vereinbar ist, müsste sie abgeschafft werden. Dies würde an der Börse mit Kurszuwächsen bei Energieversorger-Aktien honoriert werden. Alles in allem sprechen mehrere Faktoren dafür, einen db x-trackers-ETF (WKN: DBX1SU) auf den Stoxx Europe 600 Utilities-Index zu ordern. In diesem Index sind die Aktien des britischen Netzbetreibers National Grid (12,7 Prozent), des französischen Energieversorgers Gaz de France Suez (11,0 Prozent) und des deutschen Energiekonzerns E.ON (10,2 Prozent) die drei am höchsten gewichteten Titel. Die Gesamtkostenquote dieses synthetisch replizierenden ETFs beträgt 0,30 Prozent.

TEILEN
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.