ETF-Rohstoffbericht
Der ETF-Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

Der wöchentliche ETF-Rohstoffbericht von WisdomTree informiert über Trends und Entwicklungen des Rohstoff-Handels der vergangenen Woche. Erfahren Sie, welche Rohstoffe bei Anlegern auf besonderes Interesse stoßen.

Aktueller ETF-Rohstoffbericht

Trotz des anhaltenden Säbelrasselns erholen sich die Zuflüsse in Industriemetalle auf ein 15-Wochen-Hoch. Bei Gold-ETPs kam es im Vorfeld der Sitzung der Federal Reserve die zweite Woche in Folge zu Abflüssen. Die Anleger verringerten im Zuge der zunehmenden Brexit-Risiken die Positionen bei Long-EUR-/Short-USD-ETPs

Trotz Handelskonflikt hohe Industriemetall-Zuflüsse

Die Zuflüsse in Industriemetall-ETPs (A0SVX7) stiegen auf ein 15-Wochen-Hoch. Die Anleger scheinen der Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China wenig Beachtung zu schenken, da es bei Industriemetall-ETPs mit 45 Mio. USD zu den höchsten Zuflüssen in 15 Wochen kam. Der Bloomberg Industrial Metals Sub-Index legte vergangene Woche um 5,8 Prozent zu, was darauf hindeutet, dass sich die Anleger mittlerweile damit abgefunden haben könnten, dass die bilateralen Handelsgespräche zwischen dem weltweit größten Industrieland (USA) und dem weltweit größten Schwellenland (China) einen langwierigen Prozess darstellen dürften. Zwar wurden bislang nur wenige Fortschritte erzielt. Dennoch finden die Anleger Trost in der Tatsache, dass die USA nach wie vor zu Verhandlungen bereit sind. Letzte Woche kündigte Präsident Trump an, dass chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. USD unmittelbar mit Zöllen in Höhe von 10 Prozent belegt würden, die bis Ende des Jahres auf 25 Prozent angehoben würden. Die Sorgen der Anleger wurden durch die niedrigen anfänglichen Zölle gemindert, die ebenfalls als Basis für weitere Verhandlungen seitens der US-Regierung aufgefasst wurden. Im Gegenzug kündigten die Behörden in China eine Reihe von Maßnahmen zur Öffnung der chinesischen Märkte für ausländische Waren an. Zudem deuteten die offiziellen Stellungnahmen darauf hin, dass keine weitere Abwertung des Yuan toleriert würde. Nach der Einführung der letzten Runde an Handelszöllen unterliegen nur rund 12 Prozent der US-Importe höheren Zöllen, und die durchschnittliche Zollerhöhung für alle Importe beträgt lediglich etwa 1,6 Prozent. Dies dürfte sich unseres Erachtens nur begrenzt auf das allgemeine BIP-Niveau beider Volkswirtschaften auswirken. China wirkt etwaigen wirtschaftlichen Folgen der Zölle zudem mit geldpolitischen Stimulusmaßnahmen entgegen.

Steigender Bedarf für Batterieherstellung sorgt für Nickel-Nachfrage

Die Zuflüsse in Nickel-ETPs (A0KRJ4) nehmen an Fahrt auf und erreichen mit 18 Mio. USD ein 6-Wochen-Hoch. Die Verbreitung von Elektrofahrzeugen sowie der damit verbundenen Reinluft-Batterietechnologie scheint die Nachfrage nach Nickel zu beflügeln. Zwar entfielen laut Angaben der International Nickel Study Group (INSG) lediglich 3 Prozent der gesamten Nickelnachfrage im Jahr 2017 auf Batterien. Dieser Wert dürfte allerdings zunehmen, da Nickel aufgrund der günstigen Eigenschaften des Metalls verstärkt bei der Batterieherstellung zum Einsatz kommt. Der deutliche Anstieg der Neuwagenzulassungen in der Europäischen Union (EU) im Juli (+10,5 Prozent) und August (+31,2 Prozent) verlieh den Nickelpreisen ebenfalls Auftrieb.

Abflüsse bei Gold-ETPs

Bei Gold-ETPs (A0LP78) kam es im Vorfeld der Sitzung der Federal Reserve die zweite Woche in Folge zu Abflüssen. Die Anleger zogen 26,3 Mio. USD aus Gold-ETPs ab, da die Zinsentscheidung in den USA diese Woche im Mittelpunkt steht.

Wahrscheinlicher harter Brexit lässt Anleger vorsichtiger agieren

Die Anleger verringerten im Zuge der zunehmenden Brexit-Risiken das Exposure bei Long-EUR-/Short-USD-ETPs um 24,4 Mio. USD. Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit nahm vergangene Woche zu, da die britische Premierministerin Theresa May und die führenden EU-Politiker auf dem Gipfeltreffen in Salzburg nur wenige Fortschritte erzielten. Die EU wünscht eine Zollgrenze in der Irischen See zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinten Königreichs. Diese Forderung wurde aber bereits in der Vergangenheit von May zurückgewiesen.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber des EXtra-Magazins. Einer der führenden ETF-Informationsplattformen in Deutschland. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzen und Geldanlage mit Schwerpunkten auf Exchange Traded Funds, Robo-Advisors und digitale Bankdienstleistungen und ist ein gefragter Experte auf diesen Gebieten.