Klein aber oho. Auch Aktien kleinerer Unternehmen haben manchmal hinsichtlich der erzielten Rendite die Nase vorn.

Laut Experten weisen in Europa vor allem Nebenwerte, sogenannte Small Caps, noch Potenzial auf. Experten empfehlen Anlegern einen langen Atem, auch Verluste müssen in Kauf genommen werden. 

Klein, aber oho! Small Caps sind in der Regel erfolgreicher als größere Unternehmen. Gemessen an den MSCI-Indizes übertrafen die europäischen Kleinwerte im vergangenen Jahr die Mid- und Large Caps bei weitem. Die Gründe liegen auf der Hand: Geringer kapitalisierte Firmen sind in Aufschwungphasen beweglicher und haben die Möglichkeit, von einer kleineren Basis schneller zu wachsen. Sie sind auch enger mit der heimischen Wirtschaft verbandelt und profitieren somit besonders von der wirtschaftlichen Erholung ihres Heimatmarktes. Sie sind so etwas wie das Rückgrat der europäischen Wirtschaft! Experten räumen der Anlageklasse „Small Caps“ trotz der aktuellen Börsenschwankungen nach wie vor gute Chancen ein. Eben weil das konjunkturelle Umfeld nach wie vor stimmig ist. „Der Markt unterschätzt das Potenzial, welches kleine innovative Unternehmen durch ihr beständiges und attraktives Wachstum mitbringen. Auf längere Sicht könnten diese wesentlich größer werden, glaubt Ben Griffiths, Portfoliomanager European Smaller Companies Equity Strategy bei der Fondsgesellschaft T. Rowe Price.

Langfristiges Investment zahlt sich aus

Laut Griffiths lassen sich noch größere Zuwächse realisieren, wenn man ein Investment langfristig hält. „Wenn Investoren der Meinung sind, Unternehmen entdeckt zu haben, die langfristig ein deutliches Wachstum der Aktienrendite aufweisen und gut performen, sollten sie sich davor hüten, vorzeitig Gewinne mitzunehmen,“ rät der Experte. Zudem genössen langfristige Investments den Vorteil geringerer Umsatz- und Transaktionskosten“. Zwar müssten auch jene Investments regelmäßig kontrolliert werden. Nichtsdestotrotz würden diese spürbar weniger Zeit als problematische Investments in Anspruch nehmen, bei denen unerwartete Entwicklungen aufträten. Der T. Rowe Price-Fondsspezialist identifiziert das langfristige Potenzial von Geschäften, indem er die spezifischen Eigenschaften des Unternehmens und seines Angebots beurteilt. „Investoren müssten sich fragen, ob das Unternehmen über einen Vorteil im Hinblick auf Technologie, Service oder andere Bereiche verfüge und wie ist es um die die Management- und Organisationsfähigkeiten bestellt sei.

Anleger brauchen einen langen Atem

T. Rowe Price verfolgt eine aktive Investmentkontrolle, die unter Inkaufnahme von Schwankungen und Verlusten prüft, ob das jeweilige Unternehmen dennoch ein grundlegende Wachstumsstory aufweist. Nur in solch einem Fall würden Nachkäufe erwogen. Taktisch geprägte Anleger können den Sektor Euro-Small Caps auch mit passiven Indexfonds abbilden. So investiert der iShares STOXX Europe Small 200 UCITS ETF (WKN: A0D8QZ) in 200 europäische Nebenwerte aus 17 europäischen Ländern. Derzeit sind 534 Millionen Euro in den Fonds investiert. Im laufenden Jahr liegt der Verlust bei etwas über zwei Prozent, auf Sicht eines Jahres rentierte der ETF mit gut acht Prozent im Plus. Die Kosten liegen bei 0,20 Prozent im Jahr.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.