Mit einem Short-ETF auf Banken können Anleger an der Krise partizipieren.

Niedrige Zinsen, niedrige Profite. Um Europas Banken steht es nicht gut, die Aktienkurse purzeln. Anleger können mit einem Kniff Kapital aus der unsicheren Lage schlagen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schlägt Alarm: Nach Prognose des IWF werden ein Drittel aller europäischen Banken auf Dauer nicht überleben. Insgesamt stehe ein Geschäftsvolumen in Höhe von 8,5 Bio. Euro auf dem Spiel. Der IWF bezieht sich in seiner Szenarien nicht nur auf angeschlagene Institute wie die Deutsche Bank oder die italienische UniCredit. Vielmehr gehe es um die Finanzinstitute allgemein. Schwaches Wachstum, niedrige Zinsen und die immer schärferen Regulierungen stellten die Banken vor große Herausforderungen, so der Währungsfonds. In seine Kritik bezieht der IWF indirekt auch die EZB mit ein: „Die mittelfristigen Nebenwirkungen niedriger Zinsen für Banken und andere Finanzfirmen wachsen“, hieß es.

Banken haben viele Probleme angehäuft

Die Bankhäuser befinden sich in einem Dilemma: Wegen strengerer Kapitalanforderungen als Folge der Finanzkrise 2008/ 2009 können die Institute nur noch eingeschränkt operativ agieren, um ihre Profitabilität zu steigern. Doch im Umfeld von Null- oder Minuszinsen lässt sich wenig bis gar nichts verdienen. Andererseits sind die Geldhäuser noch immer mit hohen Strafzahlungen wegen früherer Vergehen konfrontiert, wie das Beispiel der Deutschen Bank aktuell zeigt. Dazu kommt der Altmüll: In der Eurozone hatten Banken Ende des vergangenen Jahres toxische Wertpapiere im Volumen von insgesamt 900 Mrd. Euro in ihren Büchern stehen. Wie fortgeschritten der Schrumpfungsprozess des europäischen Bankensektors schon ist, zeigt sich am Personalabbau in den einzelnen Häuser. Nahezu jedes Institut hat vor, in den kommenden Jahren weitere Arbeitsplätze abzubauen.

Short-ETF auf Bankensektor bietet kurzfristig satte Gewinne

In diesem Umfeld schlagen die Aktienkurse der Bankentitel Kapriolen. Seit dem Start des Anleihekaufprogramms der EZB im März 2015 hat der EuroStoxx Banken mehr als ein Drittel seines Wertes verloren. US-Finanztitel büßten in dieser Zeit lediglich drei Prozent ein. Die Anleger können aus der unsicheren Lage im europäischen Bankensektor aber dennoch Kapital schlagen. Der db x-trackers – STOXX Europe 600 Banks Short Daily UCITS ETF (WKN: DBX1AH) bildet die inverse Wertentwicklung der größten Unternehmen der europäischen Bankenbranche ab. Fallen die Kurse im STOXX Europe 600 Banks Index, erzielt der Fonds einen Gewinn. Mit der Strategie ließ sich im laufenden Jahr eine Rendite von 7,68 Prozent erwirtschaften. Doch Vorsicht: Die Schwankungsbreite des Fonds ist recht ausgeprägt. Auf 3-Jahressicht steht ein Verlust von 7,27 Prozent zur Buche. Das Produkt eignet sich daher eher für den kurzfristig operierenden Anleger. Die Kosten liegen bei 0,5 Prozent pro Jahr.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.