Der Kursrutsch geht auch an Frontier Markets nicht vorbei. Langfristig überwiegen die Chancen.
Der Kursrutsch geht auch an Frontier Markets nicht vorbei. Langfristig überwiegen die Chancen.

Grenzmärkte sind in den vergangenen Wochen unter Druck geraten. Der steigende Ölpreis, der starke Dollar und nicht zuletzt Probleme in Ländern wie Argentinien und auch Türkei haben auf die sogenannten Frontier Markets abgefärbt. Nun steht dem Markt 2019 eine weitere Veränderung bevor: Der MSCI Frontier Markets soll neu aufgestellt werden. So sollen Argentinien und Saudi-Arabien den Index verlassen und zu den Schwellenländern aufsteigen. Kritischen Stimmen, welche dies negativ sehen und gar ein Ende der Grenzmärkte als Anlageregion sehen, entgegnet Oliver Bell, Portfoliomanager des Frontier Markets Eqity Fund von T. Rowe Price: „Es gibt 195 Länder auf der Welt. Davon gehören lediglich 23 den entwickelten und 24 den Schwellenländern an. Übrig bleiben also 148 potenzielle Kandidaten für die Grenzmärkte. 108 der 148 Länder verfügen über etablierte Aktienmärkte“, unterstreicht der Experte.

Grenzmärkte: Auswahl kann sich lohnen

Der Grenzmarkt-Experte ruft in Erinnerung, warum dieser Markt für Investoren eigentlich so interessant ist. „Abgesehen von den starken langfristigen Wachstumsperspektiven ist grundsätzlich ihre geringe Korrelation zu den entwickelten Märkten und den Schwellenländern ein großer Vorteil“, erläutert Bell. Dass nun Länder in die Emerging Markets aufsteigen, werde den weiteren Weg zum Wohlstand der verbliebenen Grenzmärkte nicht beeinträchtigen. Bell setzt mit seinem Fonds auch auf Grenzmärkte, die nicht im MSCI Frontier Markets vertreten sind, wie beispielsweise Georgien. Ein solches Vorgehen kann gerade während herausfordernder Marktphasen von Vorteil sein.

Grenzmarkt-ETF ließ 2018 Federn

Anleger, die dennoch lieber passiv investieren möchten, etwa, weil sie taktische Positionen eingehen oder aber nur eine kleine Depotbeimischung wünschen, können sich den Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF (WKN: DBX1A9) näher ansehen. Der ETF bildet den Index nahezu eins zu eins ab und vereint aktuell 114 Millionen Euro auf sich. Die maximale Gewichtung eines Landes beträgt dreißig Prozent, die einer einzelnen Aktie zehn Prozent. Die wichtigsten Märkte im Index sind Kuwait (23,66%), Argentinien (14,21%), USA (12,89%) sowie Vietnam (12,8%). Der wichtigste Sektor im ETF ist das Finanzwesen mit einem Anteil von rund 46 Prozent. Im laufenden Jahr ging es für den ETF um knapp zwölf Prozent nach unten. Die Gesamtkostenquote des ETF liegt bei 0,95 Prozent.

Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF

WKN: DBX1A9 ISIN: LU0328476410
Kurs

11,29 €

Kosten (TER) 0,95 %
Fondsvolumen 116,34 Mio. €
Indexabbildung synthetisch
1 Monat -2,39 %
Lfd. Jahr -10,73 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

Weitere interessante Investmentmöglichkeiten finden Sie in unserem ETF-Anlageleitfaden. Dieser erleichtert Ihnen den Einstieg in die Welt der Exchange Traded Funds (ETFs). Wir stellen Ihnen darin die Anlagemöglichkeiten einzelner Länder, Regionen, Sektoren oder Investmentthemen vor.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.