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Brasiliens Wirtschaft schwächelt. Mittel- bis langfristig könnte sich dies jedoch ändern, sofern die Notenbank und die Regierung die richtigen Entscheidungen treffen.

Viel zu optimistisch waren die Analysten des Internationalen Währungsfonds bezüglich der diesjährigen Entwicklung der Wirtschaft in Brasilien – sie prognostizierten vor wenigen Monaten noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 Prozent. Ein Wachstum in dieser Größenordnung ist mittlerweile utopisch. Denn im ersten Quartal 2013 ist die Wirtschaftleistung des südamerikanischen Staates lediglich um 0,6 Prozent gewachsen. Überdies hat Brasiliens Notenbank im April erstmals seit Juli 2011 den Leitzins erhöht – und zwar von 7,25 auf 7,5 Prozent. Begründet wurde dies mit der hohen Inflationsrate, die zurzeit 6,5 Prozent beträgt.

Privater Konsum stützt die Wirtschaft

Die Zinserhöhung ist angesichts der schwachen Konjunktur nicht optimal. Aber unabhängig davon muss Brasiliens Regierung etwas gegen die steigenden Lebenshaltungskosten unternehmen. Denn ansonsten wird der private Konsum nicht zunehmen, der eine Stütze der Wirtschaft ist. Es bleibt zu hoffen, dass es die Notenbank und die Regierung schaffen, die Konjunktur mit einer gut durchdachten Geldpolitik sowie sinnvollen Investitionen und Reformen anzukurbeln.

Brasiliens Bevölkerung ist unzufrieden

In den zurückliegenden Wochen befand sich der brasilianische Leitindex Bovespa auf Sinkflug. Gründe hierfür sind das schwache Wirtschaftswachstum, die Zinserhöhung sowie die Massenproteste, die zuletzt viele Anleger verunsichert haben. Am vergangenen Wochenende demonstrierten in dem größten Land Südamerikas etwa eine Million Menschen gegen Mängel im Bildungs- und Gesundheitswesen, Korruption und die hohen Ausgaben für den Bau von Sportanlagen aufgrund der Fußball-WM 2014 und den 2016 stattfinden Olympischen Spielen. Zwar will Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff künftig Einnahmen aus dem Ölgeschäft in das Bildungswesen stecken und ausländische Ärzte ins Land holen. Aber mit ähnlichen Plänen ist sie bislang im Kongress auf Widerstand gestoßen.

Leitindex ist charttechnisch angeschlagen

Seit Jahresbeginn ist der Bovespa um rund 25 Prozent gefallen. Aktuell notiert der Index auf einem Niveau, das er zuletzt im Krisenjahr 2009 erreicht hatte. Somit dürfte die Verunsicherung der Marktteilnehmer bereits größtenteils in den Kursen eingepreist sein. Angesichts des tristen Chartbilds sollten risikofreudige Anleger den Lyxor-ETF Brazil (WKN: LYX0BE) vorerst aber nur auf ihre Beobachtungsliste setzen. Ein Einstieg würde sich anbieten, wenn sich eine Stabilisierung des brasilianischen Aktienmarktes abzeichnet. Die Gesamtkostenquote dieses synthetisch replizierenden ETFs beträgt 0,65 Prozent.

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