Mit einem High Yield-ETF den Negativzinsen entgegenwirken
Angesichts von Negativzinsen wenden sich viele Anleger höher verzinsten, aber auch gewagteren Anleihen zu. Ein ETF versucht mittels Streuung das Risiko einzufangen.

Die Anleger haben sich entschieden: ‚Junk’ ist in! Angesichts der Tatsache, dass mit als sicher geltenden Anleihen kein Staat mehr zu machen ist, wenden sich Investoren immer mehr riskanteren Anlageformen wie Ramschanleihen mit niedriger Bonität, sog. Junk Bonds, zu. „Investoren müssen mit mehr Risiko arbeiten, um ihre Renditeniveaus halten zu können“, bestätigt Fondsmanager Marco Salcoacci von Union Investment. Den Status ‚Junk‘ respektive ‚Ramsch‘ wird denjenigen Unternehmen zuteil, die von den großen Ratingagenturen eine schlechte Bonitätsnote unterhalb von ‚Investment Grade’ erhalten haben. Dabei gilt die Faustformel: Je niedriger das Rating, desto höher der Zins. Fitch und S&P stufen alle Firmen, die unterhalb der Bewertung „BBB-“ liegen als Ramsch ein. Ein Totalverlust durch eine Firmenpleite ist bei diesen Anleihen dennoch unwahrscheinlich. Aktuell liegt die Ausfallquote bei lediglich zwei Prozent.

„Interessante Chancen“ im Hochzinsbereich

Gershon Distenfeld, Anleihespezialist beim Fondsanbieter AB, sieht im Hochzinsbereich einige interessante Chancen für Anleger. Im Zuge des massenhaften Zustroms in High-Yield-Papiere würden viele Anleihen mittlerweile als voll bewertet angesehen. „Dennoch gibt weiterhin attraktiv bewertete Bereiche“, sagt er. Potenzial sieht Distenfeld bei US-Hochzinsanleihen. Auch Schwellenländer-Staatsanleihen in Lokalwährungen findet er jetzt interessant: „Obwohl diese Währungen bereits einigen Boden gutgemacht haben, seit sie 2015 Mehrjahrestiefs erreicht hatten, sehen wir weiterhin erhebliches Aufwertungspotenzial“, so der Experte.

High Yield-ETF erzielt fast zweistellige Rendite

Breit in den Markt für Hochzinsanleihen einsteigen kann der risikobewusste Anleger mit dem iShares plc – Global High Yield Corp Bond UCITS ETF (WKN: A1J7MG). Der Markit iBoxx Global Developed Markets Liquid High Yield Capped Index misst die Wertentwicklung des weltweiten entwickelten Marktes für hochverzinsliche Unternehmensanleihen. Die Anleihen sind zum Zeitpunkt der Aufnahme in den Index von mindestens einer der drei großen Ratingagenturen Fitch Ratings, Moody’s oder Standard & Poor’s mit einem Rating unterhalb von Investment Grade bewertet. Der Schwerpunkt liegt auf US-Unternehmen. Der ETF erzielte im laufenden Jahr einen Gewinn von 9,67 Prozent bei Kosten von 0,50 Prozent.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.