Die Schuldenkrise in Italien dürfte sich angesichts der geplanten Regierungspläne verschärfen. Damit erhöht sich auch die Volatilität bei italienischen Staatsanleihen - mit Chancen für mutige, taktisch anlegende Investoren.

Wird Italien zum zweiten Griechenland? Experten sind sich sicher, dass die Märkte schon bald den Druck erhöhen. Ein ETF auf italienische Staatsanleihen dürfte dann Achterbahn fahren.

Italien hält die Europäische Union und die Finanzmärkte in Atem. Hintergrund sind die großzügigen Haushaltsplanungen, welche ein Defizit von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes vorsehen. Dies schlägt bei Beobachtern aus der Finanzbranche hohe Wellen. Vor allem die Staatsanleihen aus Italien stehen im Fokus. Noch besteht zwar Hoffnung, dass der Haushalt überarbeitet wird, doch glaubt Patrick O’Donnell, Senior Investment Manager bei Aberdeen Standard Investments, nicht daran, dass Rom so schnell einknicken wird: „Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Europäische Kommission Revisionen beantragen wird, aber es gibt wenig, das darauf hindeutet, dass die Regierung nachgeben wird. Ein chaotischer Konflikt ist jetzt fast unausweichlich“, so der Anlage-Profi.

Zwingen die Märkte Rom in die Knie?

Mehr Hoffnung hat O’Donnel, dass der Druck der Märkte dazu führen wird, dass die italienische Regierung ihren Kurs ändert. „An den Märkten wird erwartet, dass die Ratingagenturen Italien am Ende des Monats um eine Stufe abwerten werden – auf nur eine Stufe über dem Sub-Investment-Grade. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass auch der Ausblick für Italien negativ sein wird. Wenn dies geschieht, werden wir zunehmende Verkäufe an den italienischen Rentenmärkten sehen. Angesichts der Größe des italienischen Rentenmarktes – er ist der drittgrößte Markt für Staatsanleihen in den Industrieländern – wird dies wahrscheinlich die ohnehin schon angespannte Situation verschärfen“, fasst Anlagestratege die Lage zusammen. Die Situation könnte dann 2011 ähneln: Damals kletterten die Risikoaufschläge für Kreditausfallversicherungen für Staatsanleihen von Portugal, Griechenland und Co. Am Ende kam es zu Sparmaßnahmen.

Italien: Staatsanleihen-ETF unter Druck

Bevor Rom sich dem Druck der Märkte allerdings beugen wird, dürften italienische Staatsanleihen Achterbahn fahren. Bereits 2011 entwickelten sich entsprechende Indizes und Zinssätze aus damaligen Krisenländern sehr sprunghaft. Nach einem Kursrutsch bei italienischen Anleihen könnte sich ein ETF wie der Xtrackers II Italy Government Bond UCITS ETF (WKN: DBX0HG) als kurzfristig lohnendes Investment erweisen. Der Index bündelt festverzinsliche italienische Staatsanleihen vom Typ BTP. Die Duration liegt bei 6,69, die Endfälligkeitsrendite beträgt 2,51 Prozent. Rund ein Viertel der 67 im Index befindlichen Anleihen läuft innerhalb der nächsten eins bis drei Jahre aus. Im laufenden Jahr büßte der ETF bereits 7,56 Prozent ein. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,15 Prozent.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.