Über Italien liegt Licht und Schatten, ähnlich wie hier in Florenz.
Über Italien liegt Licht und Schatten, ähnlich wie hier in Florenz.

Die Italien-Krise könnte die griechische Tragödie übertreffen, glauben Experten. Zugleich ist das Land aber gesund genug, um sich selbst zu helfen. Eine Chance für Anleger?

Italien und die EU steuern auf eine Konfrontation zu. Der großzügige Haushalt der jungen Regierung Italiens widerspricht europäischen Stabilitätskriterien. Auch die Märkte werden angesichts der drohenden Schuldenproblematik bereits nervös. Es mehren sich die Stimmen, welche im Zuge des Schuldenstreits vor erhöhter Volatilität warnen. „Italien hat allerdings aus meiner Sicht das größere Negativpotential. Sollten europäische Banken gezwungen sein ihre italienische Staatspapiere abzuwerten – wir sprechen von vielen, vielen Milliarden –, kann dies das europäische Bankensystem in eine weitere Krise stürzen, und zwar eine, welche die Griechenland-Krise voraussichtlich übertrifft“, erklärt Günther Lindenlaub, Geschäftsführer von Finnest.com.

Experte: Italy-First-Politik ernst nehmen

Dennoch bestehe Hoffnung – zumindest dann, wenn es die italienische Regierung mit Ihrer „Italy-first-Politik“ ernst meine, so Holger C. Hinz, Leiter der Unternehmensfinanzierungsabteilung bei der Quirin Privatbank: „Wie immer stößt hier der Populismus aber bei der realen Übernahme von Verantwortung an seine Grenzen. So verständlich auf Basis der Arbeitslosigkeit in Italien der Wunsch nach einem Stimulus sein mag, dann bedeutet der Beitrag der Italiener im Wege von Strukturreformen zu allererst die Kapitalflucht zu beenden, Steuerschulden nachhaltig einzutreiben und mit dem Vermögen für das Heimatland einzustehen“, erklärt der Experte der Hamburger Privatbank. Trotz der aktuellen Berichterstattung rund um Italien hält Hinz die langfristige Geldpolitik der EZB für bedeutender – gerade für die Refinanzierung mittelständischer Unternehmen.

Der Italien-ETF für Hartgesottene

Die Gemengelage aus dem italienischen Haushaltsstreit und der EZB vor der Zinswende könnte die Anleihemärkte durcheinander wirbeln. Volatil zeigten sich zuletzt bereits italienische Anleihen. Der Xtrackers II Italy Government Bond UCITS ETF (WKN: DBX0HG) konnte sich in den vergangenen Wochen bereits stabilisieren und könnte risikobewussten Investoren mit einem Sinn für Timing als spekulatives Investment dienen. Der ETF bündelt festverzinsliche italienische Staatspapiere vom Typ BTP. Ein Viertel der 67 im Index befindlichen Anleihen läuft innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre aus. 2018 büßte der ETF bereits 7,2 Prozent ein. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,15 Prozent.

Lesetipp: Bereits im Vorfeld der wegweisenden Wahl in Italien haben wir über das Ereignis berichtet.

Xtrackers II Italy Government Bond UCITS ETF

WKN: DBX0HG ISIN: LU0613540185
Kurs

61,05 €

Kosten (TER) 0,15 %
Fondsvolumen 17,62 Mio. €
Indexabbildung physisch
1 Monat +2,27 %
Lfd. Jahr -4,04 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

Weitere interessante Investmentmöglichkeiten finden Sie in unserem ETF-Anlageleitfaden Italien. Dieser erleichtert Ihnen den Einstieg in die Welt der Exchange Traded Funds (ETFs).

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.