Mit Factor Investing eine höhere risikoadjustierte Rendite erzielen.
Ein Weg, der eine höhere aber risikobereinigte Rendite verspricht, ist das sog. Factor Investing. ETFs könnten mit diesen innovativen Strategien ideal bereichert werden.

Eine Aktienanlage soll Rendite bringen und das Risiko streuen. So einfach, so theoretisch! Anleger akzeptieren nicht selten höhere Risiken, um ihre Chance auf bessere Gewinne zu wahren. Die Versuchung, risikoreichere Anlagen im Portfolio stärker zu gewichten, ist weit verbreitet. Ein Weg, der eine höhere aber risikobereinigte Rendite verspricht, ist das sog. Factor Investing. Die Idee dahinter: Der Investor schaut auf einzelne Rendite-Eigenschaften (Faktoren) und setzt die gewonnenen Erkenntnisse zum möglichst größten Erfolg ein. Durch eine Anlage in Aktien mit bestimmten Merkmalen, die in der Vergangenheit zu einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung geführt haben, soll der Vergleichsindex — der MSCI World Index in der nach dem Streubesitz gewichteten Variante — geschlagen werden. Das Investieren mit System wird dabei immer beliebter: Der US Markt für „Smart Beta“-ETF zum Beispiel, der faktorbasierte Anlagestrategien umfasst, hat sich laut Invesco Quantitative Strategies in den letzten fünf Jahren von 63 Mrd. auf 257 Mrd. US-Dollar mehr als vervierfacht.

Factor Investing: Welche Faktoren sind zu berücksichtigen?

Traditionelle Faktoren sind zum Beispiel „Momentum“ (positive Renditedynamik), „Value“ (relative Attraktivität gemessen an Bewertungskennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, „Quality“ (Kennzahlen wie eine hohe Profitabilität oder eine vergleichsweise geringe Verschuldung) oder „Low Volatility“ (typischerweise gemessen anhand der Fluktuation der Aktienkurse). Smart-Beta-Fonds sind dabei eine einfache Lösung, um Factor Investing umzusetzen. Statt anhand der Marktkapitalisierung zu investieren, implementieren die ETFs Faktor-Strategien. Ziel ist der Aufbau eines Portfolios mit dem bestmöglichen Verhältnis zwischen dem zu erwartenden Risiko und der erzielbaren Rentabilität.

Smart-Beta-ETFs setzen Faktor-Strategien um

Der CFS – db x-trackers Equity Momentum Factor UCITS ETF DR (WKN: A1103G) wählt die Aktien aus 31 Industrieländern mithilfe der Momentum-Strategie aus. Der eingesetzte Faktor basiert auf der Annahme, dass zu bestimmten Zeiten der steigende Aktienkurs eines Unternehmens weiter steigt und der sinkende Aktienkurs eines Unternehmens weiter sinkt. Für jede in Frage kommende Aktie wird einen Momentum-Score errechnet, der sich aus der Aktienkursentwicklung und den ausgeschütteten Dividenden in den vergangenen zwölf Monaten ergibt. Der Smart-Beta-ETF erzielte in den vergangenen sechs Monaten eine Rendite von 18,11 Prozent. Der CFS – db x-trackers Equity Quality Factor UCITS ETF DR (WKN: A1103D) wiederum will durch Anwendung einer qualitätsbasierten Anlagestrategie eine bessere Wertentwicklung als der MSCI World Index erzielen. Die Bestandteile des Index werden aus den Aktien von Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 31 Industrieländern ausgewählt. Die Aktien werden mithilfe einer Strategie ausgewählt, die die Qualität der Erträge von Unternehmen analysiert. Der Gewinn im Zeitraum der vergangenen sechs Monaten lag bei 17,06 Prozent. Die Kosten für die beiden Smart-Beta-ETFs liegen den Angaben zufolge bei jeweils 0,25 Prozent.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.