Viele Investoren schauen derzeit eher sorgenvoll auf Mexiko. Sollten sich diese Ängste als unbegründet erweisen, könnte ein ETF auf mexikanische Aktien als Beimischung dem Depot einen Renditekick verschaffen.

Gleich von mehreren Seiten gerät Mexiko derzeit unter Druck. Entspannt sich die Lage, könnten Kursgewinne winken. Mit einem Mexiko-ETF partizipieren Anleger an 26 Aktien der kapitalstärksten Unternehmen des Landes.

Wenn in einem Land gewählt wird, ist das für einige Tage weltweit Thema in den Nachrichten. Auch Großereignisse wie Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften sorgen für Aufmerksamkeit. In Mexiko wird zwar erst im Juli gewählt, doch lohnt es sich für Anleger schon heute, die Volkswirtschaft genauer zu betrachten. Trotz solider Wachstumszahlen und einer positiven Entwicklung während der vergangenen Jahre, steigt bei Investoren hinsichtlich Mexikos die Sorge. Nach der US-Steuerreform ist Mexiko vergleichsweise weniger attraktiv für Unternehmen und auch das harte Vorgehen Donald Trumps in der Handelspolitik sorgt für Verunsicherung. Zölle könnten Mexiko hart treffen. Hinzu kommt die bevorstehende Wahl, die für Überraschungen sorgen könnte. Vor allem die Regierungspartei PRI könnte abgestraft werden. Aus Sicht der Experten von Aviva Investors könnten nicht eingehaltene Versprechen die Partei Stimmen kosten.

Unterstützung für Regierungspartei schwindet vor Wahlen im Juli

„Als Peña Nieto und seine Partei der institutionalisierten Revolution (PRI) im Juli 2012 ihr Amt antraten, wurden seine Versprechen, Wirtschaftsreformen durchzuführen und Maßnahmen gegen Korruption zu ergreifen, von Wählern und Märkten gleichermaßen begrüßt. Der MSCI Mexico Index stieg zwischen dem 2. Juli 2012 und dem 31. März des folgenden Jahres um 19,6 Prozent und entwickelte sich damit deutlich besser als der breitere Emerging-Markets-Index. Aber das Versäumnis der PRI, ihre Versprechen zur Korruptionsbekämpfung einzuhalten, hat der Popularität der Regierung geschadet“, schreiben die Experten von Aviva Investors in einem Marktkommentar. Da Mexikos Wahlsystem es ermöglicht, dass Präsidenten selbst mit geringer Mehrheit gewählt werden können, dürfte die unsichere politische Großwetterlage in Mexiko auch auf Investoren abfärben.

Mexiko-ETF als taktisches Anlageinstrument

Angesichts der Unsicherheit rund um Mexiko sollten sich Anleger unbedingt einen ETF wie den Xtrackers MSCI Mexico UCITS ETF (WKN: DBX0ES) vormerken. Kommt der Markt unter Druck und gehen sowohl Wahl als auch Handelsstreit mit den USA positiv aus, könnte eine dynamische Gegenbewegung einsetzen. Im vierten Quartal 2017 legte Mexikos Wirtschaftsleistung zwar nur noch um 1,5 Prozent zu, doch sind auch die Bewertungen der größten mexikanischen Unternehmen zurückgekommen. Der Mexiko-ETF bündelt die 26 größten Unternehmen des Landes und lieferte 2018 bislang eine Nullrendite. Insgesamt sind 72 Millionen Euro in den ETF investiert. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,65 Prozent. Anleger können sich den ETF vormerken, um im Falle einer dynamischen Erholung des mexikanischen Aktienmarktes taktische Positionen eingehen zu können.

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.