Es wird eng am Ölmarkt. Experten sehen bereits Preise von bis zu 150 Dollar. Wie Anleger davon profitieren können.
Es wird eng am Ölmarkt. Experten sehen bereits Preise von bis zu 150 Dollar. Wie Anleger davon profitieren können.

Die Experten der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle beobachten am Ölmarkt, wie die USA ihre Unabhängigkeit von Ölimporten als eine Art Waffe einsetzten. „Das heißt, sie können in ihrer Außenpolitik eine sehr aggressive Linie verfolgen“, so David Donora, Leiter des Bereichs Rohstoffe bei Columbia Threadneedle. Beispiele dafür seien im Iran und Venezuela erkennbar. Dort dränge die US-Regierung auf politische Machtwechsel und nutze Ölsanktionen, um ihre Interessen durchzusetzen. „Das könnten die USA nicht, wenn sie in Energiefragen nicht bereits unabhängig wären.“ Weiterhin fallen Donora die geringen freien Reserven am Ölmarkt auf. Zwar hätte das Ölkartell Opec zuletzt höhere Förderquoten beschlossen, doch kompensiere das kaum bestehende Förderausfälle. Nun würden die USA auf zusätzliche Förderausweitungen um zwei Millionen Barrel täglich drängen.

Dreistelliger Ölpreis ist möglich

„Aber die Länder haben nicht wirklich zwei Millionen Barrel mehr, die sie einfach so und nachhaltig dazugeben können“, sagt Donora. „Somit ist das Furnier freier Kapazitäten, die als Puffer bleiben, sehr dünn.“ Der Rohstoffexperte verweist auf die geopolitische Gesamtsituation und mahnt, dass bereits ein unvorhergesehenes Ereignis dazu führen könnte, dass sich am Ölmarkt ein Angebotsdefizit zeigen könnte. Dies würde dann auch für den Ölpreis drastische Folgen haben: „Wir könnten in eine Situation geraten, in der der Markt sehr nervös wird und der Ölpreis sich in Richtung 100 bis 150 Dollar pro Barrel bewegt“, sagt Donora.

Ölförderer-ETF mit guter Performance

Ein solches Szenario ist für etablierte Unternehmen aus der Ölbranche sehr aussichtsreich. Die Gesellschaften produzieren bereits auf dem aktuellen Preisniveau mit teilweise attraktiven Margen. Jeder zusätzliche Ölpreisanstieg würde die Gewinne der Unternehmen explodieren lassen. Bei Investoren ist in diesem Zusammenhang der Lyxor STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF (WKN: LYX0A9) gefragt. Der ETF bündelt europäische Öl-Unternehmen mit großer, mittlerer und kleiner Marktkapitalisierung aus 18 entwickelten Volkswirtschaften. Im laufenden Jahr ging es für den ETF um 11,7 Prozent nach oben. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,3 Prozent.

Lyxor STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF

WKN: LYX0A9 ISIN: FR0010344960
Kurs

44,66 €

Kosten (TER) 0,30 %
Fondsvolumen 317,98 Mio. €
Indexabbildung synthetisch
1 Monat -0,62 %
Lfd. Jahr +12,49 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

Weitere interessante Investmentmöglichkeiten finden Sie in unserem ETF-Anlageleitfaden. Dieser erleichtert Ihnen den Einstieg in die Welt der Exchange Traded Funds (ETFs). Wir stellen Ihnen darin die Anlagemöglichkeiten einzelner Länder, Regionen, Sektoren oder Investmentthemen vor.

Interesse an News zu ETFs und Geldanlage?

Unser kostenloser Newsletter hält Sie auf dem Laufenden.

Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.