Wie Anleger bei stagnierenden Kursen dennoch Rendite generieren können.
Statistisch betrachtet stehen die Anleger vor der schwächsten Börsenzeit des Jahres. Je nach Risikoeinstellung bieten sich aber Möglichkeiten an, die dennoch Rendite versprechen.

Der Sommer läuft so langsam aus, die Tage werden kürzer, es ‚herbstelt‘. Auch an der Börse beginnt nun traditionell eine kühlere Phase. Der August gehört in puncto Performance den zweitschlechtesten Börsenmonaten des Jahres. Nur noch geschlagen vom September! Dass dies so ist, lässt sich statistisch nachweisen. Beim DAX waren von 28 August-Monaten seit dem Jahr 1988 genau 14 positiv und 14 negativ. Mithin eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Ähnlich das Bild beim US-Leitindex S&P 500. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick so schlecht nicht, ist aber dennoch unterdurchschnittlich. Die Gewinnwahrscheinlichkeit für sämtliche Monate im Jahr liegt für den benannten Zeitraum nämlich bei 66 Prozent. Und wenn der August schwach ist, dann gleich ganz besonders. Man denke nur an den Crash-August im vorigen Jahr. Das durchschnittliche Minus aller negativen Augustmonate der letzten Jahre beläuft sich auf weit über 7 Prozent!

Optionsstrategien ermöglichen Gewinn bei stagnierenden Kursen

Die Wahrscheinlichkeit von stagnierenden Kursen in den kommenden Monaten ist also hoch, was Investoren bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen sollten. Je nach Risikoeinstellung hat der Anleger aber Alternativen. Wer in der nächsten Zeit eine Seitwärtsbewegung etwa am US-Markt erwartet, für den bietet sich der PowerShares S&P 500 BuyWrite Portfolio ETF (ISIN: US73936G3083), der auf dem CBOE S&P 500 BuyWrite Index basiert, an. „BuyWrite“ ist eine Deckungsstrategie, wie sie auch bei bestimmten Zertifikaten eingesetzt wird. Um sich gegen sinkende Kurse abzusichern, kann man entweder eine Put-Option kaufen oder eine Call-Funktion verkaufen. Damit kann sich der Anleger mittels dieser Optionsstrategie vor möglichen Kursrückschlägen absichern. Zwar hält der ETF in Phasen stark steigender Börsen in der Regel nicht ganz mit, dafür dämmt er Verluste in Abwärtsphasen erheblich ein. Der ETF erzielte in diesem Jahr eine Performance von -0,66 Prozent, auf Sicht von drei Jahren von +10,56 Prozent.

Short-ETFs für den aktiven Investor geeignet

Mit Short-ETFs wird Anleger eine weitere Möglichkeit an die Hand gelegt, ihre Aktiendepots gegen mögliche Kursverluste abzusichern. Hier wäre etwa der db x-trackers – ShortDAX Daily UCITS ETF (WKN: DBX1DS) interessant. Der Short-Index entwickelt sich gegenläufig zum DAX. Steigt also der DAX an, so fällt der Index in der gleichen Größenordnung und umgekehrt. Zusätzlich beinhaltet der Index die durch die Anlagestrategie anfallenden Zinszahlungen in Höhe des doppelten Tagesgeldzinssatz. Zinsen fallen sowohl für das investierte Anlagevolumen als auch für die durch den Leerverkauf erhaltenen Geldmittel in gleicher Höhe an. Die Kosten für dieses Produkt liegen bei 0,40 Prozent im Jahr. Short-ETFs bieten sich für Anleger an, die ihre Investments regelmäßig kontrollieren und die Entwicklung des entsprechenden Index genau verfolgen. Da diese ETFs nur in einer Baisse verlässliche Gewinne liefern, sollten sie nur für einen kurzen und überschaubaren Zeitraum gehalten werden.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.