Das Überangebot am weltweiten Ölmarkt dürfte weiter zunehmen, was tendenziell Druck auf die Preise ausüben sollte.

Nach den gescheiterten Doha-Verhandlungen ist ein Ende der Ölschwemme am globalen Ölmarkt nicht in Sicht. Risikobereite Anleger könnten mit einem auf „Short“ ausgerichteten ETC auf den Ölpreis punkten.

Der Doha-Schock verunsicherte die Anleger und schickte die Ölpreise mit kräftigen Verlusten in die neue Handelswoche. In der Hauptstadt Katers war am Sonntag das Treffen von 18 Ölproduzentenländern — darunter nicht nur Länder des Förderkartells OPEC, sondern auch Russland – ohne eine Verständigung auf eine Produktionsbegrenzung zu Ende gegangen. Am Ende scheiterte eine Vereinbarung an Saudi-Arabien, das von allen Staaten forderte, sich auf eine Deckelung einzulassen. Allerdings hatte der Iran bereits im Vorfeld mehrmals deutlich gemacht, seine Ölproduktion weiter zu erhöhen, bis das Förderniveau von vor dem Inkrafttreten der jahrelangen Wirtschaftssanktionen wieder erreicht ist. „Die Glaubwürdigkeit der Ölproduzenten im Allgemeinen und der OPEC im Speziellen hat schweren Schaden genommen,“ kritisierte die Commerzbank ( Zum Testbericht).

Kampf gegen das billige Öl scheint vorerst verloren

Schon ist die Rede von einem Ölkampf zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Der stellvertretende saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman kündigte bereits eine Ausweitung der täglichen Fördermenge um 10 Prozent auf 11,5 Mio. Barrel an. Der Iran wiederum lässt keinen Zweifel daran, die Tagesproduktion um ein Viertel auf 4 Mio. Fass zu erhöhen. Saudi-Arabien will die Islamische Republik ausbooten. Der Preis spielt dabei eine entscheidende Rolle. Je billiger das Öl, desto mehr muss Teheran auf Deviseneinnahmen verzichten. Das geht den Saudis zwar genauso. Allerdings sitzt das Königreich anders als der Iran auf einem riesigen Devisenberg von aktuell fast 600 Mrd. Dollar. „Es besteht die Gefahr, dass der Kampf der beiden Förderbänder bis ins Jahr 2017 geführt wird,“ hieß es von der US-Investmentbank Morgan Stanley. Sollten die Saudis ihre Fördermenge wirklich ausweiten, könnten die Notierungen sogar wieder unter 30 Dollar fallen, befürchten die Experten.

Ölmarkt mit fallender Tendenz

Das Überangebot am weltweiten Ölmarkt dürfte dann weiter zunehmen, was tendenziell Druck auf die Preise ausüben sollte. Risikobereite Anleger könnten sich diese Entwicklung mit einem auf „Short“ ausgerichteten ETC zunutze machen. So hat der zweifach (2x) geshortete Coba ETC – Oil Light Crude Future Daily Short (WKN: ETC056), der die Wertentwicklung des von der Commerzbank ( Zum Testbericht) berechneten 2x WTI Oil Daily Short Strategie-Index eins zu eins abbildet, Anlegern auf Sicht der vergangenen sechs Monate eine Rendite von 33,66 Prozent beschert. Im laufenden Jahr kam es allerdings bisher noch zu Verlusten von 25,96 Prozent. Die Gesamtkostenquote liegt bei 1,9 Prozent.

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