Für die russischen Unternehmen herrschen goldene Zeiten - trotz der westlichen Sanktionen. Ein schwacher Rubel und hohe Rohölpreise lassen die Einnahmen vieler Firmen sprudeln. Dies zeigt sich auch am Aktienmarkt. Russische Titel laufen wieder.
Am Roten Platz in Moskau dürften wieder mehr Investoren flanieren.

Anleger mit einem sensiblen Nervenkostüm hatten in den vergangenen Wochen in Russland wenig Grund zur Freude, außer vielleicht sie waren auch Anhänger der durchaus erfolgreich aufspielenden russischen Nationalmannschaft bei der WM im Land. Doch an der Börse herrschte der Schmalhansküchenmeister. Auslöser waren die Anfang April von den USA in Kraft gesetzten Sanktionen gegen zahlreiche russische Unternehmen, die den Markt kräftig durcheinanderwirbelten. Doch die Talsohle scheint durchschritten zu sein. Der Moskauer Leitindex Micex ist praktisch wieder zurück auf dem Stand von Ende März. Auch sein Pendant, der RTS, der eine ähnliche Zusammensetzung aus Dollar-Aktien aufweist, hat sich spürbar erholt. Ein wichtiger Grund sind die gestiegenen Ölpreise und der zugleich schwache Rubel. Diese Kombination ist ein seltenes Phänomen, da normalerweise die russische Währung im Gleichlauf mit den Erdöl-Notierungen fällt und steigt. Doch seit den neuen US-Sanktionen ist diese Analogie dahin. Die Strafmaßnahmen haben für Unsicherheit gesorgt und Gelder aus Russland abfließen lassen, was den Rubel schwächt. Auch die höheren US-Zinsen sorgen für Kapitalabfluss aus den Schwellenländern in Richtung Dollarraum.

Schwacher Rubel – hohe Ölpreise: Wunschszenario ist Realität

Doch die günstige Währung und die gestiegenen Rohölpreise sind für die russischen Förderunternehmen wie das Paradies auf Erden. Verkauft wird in Dollar auf dem Weltmarkt, die Gewinne hingegen laufen in Rubel und fallen damit noch gewaltiger aus. Der Energiesektor ist von zentraler Bedeutung für das Land. Russland gehört zu den größten Exporteuren von Erdöl und Erdgas weltweit. Wenig erstaunlich, dass sich unter den acht besten russischen Aktien der vergangenen drei Monate sechs Energiewerte tummeln. „Die Rohstoffunternehmen werden effizient geführt, und da sie exportorientiert sind, profitieren sie vom schwachen russischen Rubel“, unterstreicht die Fondsgesellschaft Union Investment in einem aktuellen Marktüberblick. Auch im Inland läuft es solide, denn die Verbraucher geben wieder mehr Geld aus. Der steigende Konsum gepaart mit einem weltweit guten Wirtschaftsumfeld sorgt für eine steigende Nachfrage im Einzelhandel. Durch die sich aufhellende konjunkturelle Lage rechnen die Experten bei Union Investment damit, dass das russische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,8 Prozent zulegen dürfte, 2017 waren es noch 1,5 Prozent. Für die Börse in Moskau könnte das Umfeld kaum besser aussehen.

Ideal als Beimischung fürs Depot

Für Anleger bietet der russische Aktienmarkt als Nische wieder Chancen. Interessierte Investoren können neben aktiv gemanagten Fonds, etwa aus dem Hause Union Investment, auch mit ETFs auf den russischen Markt setzen. Der in Euro laufende Lyxor Russia (Dow Jones Russia GDR) UCITS ETF (WKN: LYX0AF) legte in diesem Jahr bereits um mehr als 7,5 Prozent zu. Der dem ETF zugrunde liegende Dow Jones Russia GDR Index bildet die Performance der größten russischen Aktien, die an der London Stock Exchange gehandelt werden (GDRs), direkt nach und deckt damit 82 Prozent der gesamten russischen Marktkapitalisierung ab. Die Kosten belaufen sich auf 0,65 Prozent pro Jahr.

Lyxor Russia (Dow Jones Russia GDR) UCITS ETF

WKN: LYX0AF ISIN: FR0010326140
Kurs

31,63 €

Kosten (TER) 0,65 %
Fondsvolumen 401,00 Mio. €
Indexabbildung synthetisch
1 Monat +6,64 %
Lfd. Jahr +7,78 %

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.