Start ETFs im Fokus Schlechte Zahlen, guter Index

Schlechte Zahlen, guter Index

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Basilius-Kathedrale
An Russland scheiden sich die Geister. Hartgesottene Anleger nahmen 2016 bereits mehr als zehn Prozent mit.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für Russland 2016 von -1,0 auf -1,8 Prozent gesenkt. 2017 soll es immerhin ein Wachstum von 0,8 Prozent geben. Diese Nachricht eignet sich eigentlich nicht dazu, um damit einen Text über den russischen Aktienmarkt einzuleiten. Dennoch gibt es kaum Gründe, bezüglich russischer Aktien pessimistisch zu sein. Obwohl das von Sanktionen getroffene Land in der Rezession steckt, entwickeln sich Aktien aus Russland 2016 prächtig. Das liegt vor allem daran, dass Inlandswachstum nicht alles ist. Positiv werten Anleger vor allem, dass die Exporte zuletzt stärker gestiegen sind als erwartet. So kletterten die Exporte im Januar entgegen der Erwartungen und erreichten ein Volumen von 20,2 Milliarden US-Dollar. Auch die Importe übertrafen die Erwartungen.

Zwanzig Aktien in einem ETF

An der Börse ist der Trend bei russischen Aktien seit einiger Zeit positiv. 2016 kletterte der MSCI Russia um 11,0 Prozent. Nachdem in den vergangenen Monaten bezüglich Russland immer wieder schwarzgemalt wurde, fassen sich mutige Anleger ein Herz und bauen in Russland spekulative Positionen auf. Der MSCI Russia besteht aus Titeln der Energiewirtschaft (59,06%), dem Finanzwesen (18,45%), Rohstoffaktien (8,54%) und Telekommunikationsanbietern (5,41%). Insgesamt sind zwanzig Aktien im Index vertreten.

Großer Zuspruch zu Russland-ETFs

Schillerndster Name im MSCI Russia ist sicherlich Gazprom – die Aktien nehmen mit 19,27 Prozent den größten Teil im Index ein. Weitere bekannte Namen sind Lukoil (14,63%), Sberbank of Russia (12,95%) oder Tatneft (5,57%). Dass russische Aktien keineswegs ein Nischen-Investment sind, zeigt auch der Zuspruch zu entsprechenden ETFs. Der db x-trackers MSCI Russia Capped Index UCITS ETF (WKN: DBX1RC) vereint derzeit Anlagekapital im Umfang von 125 Millionen Euro auf sich. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,65 Prozent.