Gerade in der aktuell unruhigen Börsenzeit in die als anfällig verschrienen Emerging Markets investieren? Vernünftig oder leichtsinnig? Es gibt gute Gründe für ein Engagement.
Bei Schwellenländern könnte sich der Einstieg lohnen.

Die weltweiten Börsen haben turbulente Zeiten hinter sich. Zwar kann nicht davon gesprochen werden, dass es in den vergangenen Wochen „crashte“, doch die Leitindizes besonders in den Industrieländern haben doch eine ausgeprägte Korrektur erlebt. Die Anleger haben die hohen Schwankungen im Grunde einem Mann zu verdanken: US-Präsident Donald Trump. Die von ihm in den Stil gestoßenen Handelsstreitigkeiten, die in einen veritablen Handelskrieg münden könnten, verschreckten die Marktteilnehmer so sehr, dass viele von ihnen kehrt machten und die Aktienkurse in den Keller schickten. Sollte der Investor in dieser unruhigen Phase darüber nachdenken, sich wieder an der Börse zu engagieren? Und wenn ja, in welchem Segment? Es bedarf sicherlich eines gewissen Mutes ausgerechnet jetzt zu investieren, doch Experten raten dazu. Und nicht etwa in sichere (gewinnschwache) Anlagen wie Bundesanleihen, nein, ausgerechnet in Staaten, die von den Trumpschen Strafzöllen betroffen sein könnten: Den Emerging Markets, allen voran China. „Anleger sollten die Schwellenländer in den Blick nehmen“, empfiehlt die Fondsgesellschaft Franklin Tempelton.

Tech-Firmen auf dem Vormarsch

Viele Emerging Markets (EMs) haben eine tiefgreifende Wandlung hinter sich: Sie zeigten sich lange abhängig von der Entwicklung der Rohstoffpreise – stiegen diese, ging es den Ländern gut, fielen die Notierungen der Commodities, litten auch die Schwellenländer. Doch mittlerweile dominieren an den EM-Börsen längst nicht mehr die traditionellen, zyklischen Energie- und Rohstoffkonzerne, sondern Unternehmen aus der Tech- und Internetbranche, deren Geschäft vergleichsweise beständiger und berechenbarer ist. Laut Franklin Templeton fand hier sogar eine „fundamentale Veränderung“ statt. Vor allem in China sind einige Tech-Konzerne zu Börsenriesen erwachsen. Beispiel Tencent: Keine Aktie im MSCI Emerging Markets kommt auf eine höhere Marktkapitalisierung als die des chinesischen Internetkonzerns. Tencent kommt auf 600 Millionen Kunden und bietet sämtliche Services in einer App an, die Facebook, Amazon, Google und Netflix offerieren. Soziales Netzwerk, Einkaufsparadies, Suchmaschine, Videoanbieter – alles in einem Paket. Tencent ist schon jetzt das weltweit fünftgrößte Unternehmen. Und US-Zölle müssen diese Firmen auch nicht fürchten, da die Dienste fast ausschließlich in der Heimatregion genutzt werden.

MSCI EM: Solide Wertentwicklung

Anleger hierzulande können am einfachsten über einen Fonds oder ETF in Schwellenländer investieren. Gute Konditionen bietet der AMUNDI ETF MSCI EMERGING MARKETS UCITS ETF (WKN: A1C9B1), der die Wertentwicklung des Index exakt nachbildet und nur 0,20 Prozent Gebühren im Jahr kostet. Dabei kann sich der Gewinn sehen lassen: In den vergangenen fünf Jahren legte der Schwellenländerindex im Schnitt um 6,50 Prozent jährlich zu. Aktien von IT-Unternehmen haben einen Anteil von knapp 30 Prozent im Index, Finanztitel kommen auf 25 Prozent, Energie-und Rohstoffwerte sind nur noch mit rund 15 Prozent gewichtet.

AMUNDI ETF MSCI EMERGING MARKETS UCITS ETF

Kurs

4,11 €

Kosten (TER)0,20 %
Fondsvolumen3.626,70 Mio. €
Indexabbildungsynthetisch
1 Monat-4,64 %
Lfd. Jahr-2,22 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier: Emerging Markets auch 2018 Top-Performer?

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das ETF EXtra-Magazin.