Schwellenländeranleihen-ETF: Eitel Sonnenschein mit Schleierwolken
Schwellenländeranleihen lieferten im vergangenen Jahr stabile Renditen. Auch für 2018 bietet das Anlagesegment Potenzial.

Nach fünf unterdurchschnittlichen Jahren, die von wirtschaftlichen Turbulenzen und Sorgen über das chinesische Finanzsystem geprägt waren, kam es zuletzt in den meisten Schwellenländern zu einer Erholung. 2017 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem der Welthandel stark zulegte, die Rohstoffpreise stiegen, was den Emerging Markets – von Ausnahmen abgesehen – zu einem schwunghaften Aufstieg verhalf. „Nach fast einem Jahrzehnt unterdurchschnittlichen Wachstums gewinnen die Industrieländer zunehmend an Zugkraft. Dies ist eine gute Nachricht für die Entwicklungsländer, da ein stärkeres Wachstum im Westen die Konjunktur andernorts tendenziell ankurbelt“, führt Shamaila Khan, Director Emerging Market Debt beim Asset Manager AllianceBernstein (AB) in einem aktuellen Marktkommentar aus. Dann und wann aufkeimende Sorgen, dass steigende US-Zinsen und ein stärkerer Dollar Geld Kapitalabflüsse mit sich bringen könnten, sorgten aber auch im vergangenen Jahr zeitweise für Druck auf die Staatshaushalte vieler Schwellenländer.

Chancen, aber auch Ungewissheiten

Anleger, die im Segment für Staats- und Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets weiter engagiert blieben, wurden am Ende dennoch reich belohnt: Die wichtigsten Indizes legten bis zuletzt klar und deutlich zu. „Wichtige Reformen und bessere wirtschaftliche Fundamentaldaten haben die Anfälligkeit vieler Schwellenländer gegenüber externen Schocks und plötzlichen Mittelabflüssen bedeutend verringert“, erklärt Khan. „Dafür haben die Länder ihre Inflation unter Kontrolle gebracht, Leistungsbilanzdefizite abgebaut und eine umsichtigere Haushalts- und Wirtschaftspolitik verfolgt. All dies sollte Schwellenländeranleihen wesentlich widerstandsfähiger machen als noch vor einigen Jahren. Für 2018 müssen Anleger aus Sicht des AB-Experten jedoch auch Vorsicht walten lassen. Das konjunkturelle Fundament dürfte sich zwar weiterhin als stabil erweisen. Aber volkswirtschaftliche und geopolitische Risiken nähmen zu, das globale Umfeld sei insgesamt unsicherer geworden, betont der Fondsmanager. Die Fed könnte die Märkte durch eine aggressivere Straffung der Geldpolitik beunruhigen. Die chinesische Wirtschaft könnte sich weiter abschwächen und die Rohstoffpreise unter Druck setzen.

Viele Möglichkeiten zur Diversifikation

Das Anlagesegment Schwellenländeranleihen bietet die Möglichkeit, nach Ländern, Sektoren, Bonitäten und Währungen zu diversifizieren. AB-Fondsmanager Khan betont, dass es in dem beschriebenen Umfeld wichtig ist, aktiv zu agieren und einen selektiven Ansatz zu verfolgen. Für Anleger bieten sich darüber hinaus taktische Investments mittels ETFs an. Der SPDR Barclays Emerging Markets Local Bond UCITS ETF (WKN: A1JJTV) investiert in auf Lokalwährungen lautende Bonds der Emerging Markets. Zur Reduzierung von Risiken wird das Engagement je Land auf maximal 10 Prozent begrenzt. Der überschüssige Marktwert wird anteilig auf den gesamten Index verteilt. Unter den Top-Positionen finden sich südkoreanische, brasilianische und malaiische Anleihen. Im laufenden Jahr rentierte der ETF mit gut 1,5 Prozent. Die Gebühren liegen bei 0,55 Prozent im Jahr.

SPDR Bloomberg Barclays Emerging Markets Local Bond UCITS ETF

Kurs

61,62 €

Kosten (TER)0,55 %
Fondsvolumen2.565,55 Mio. €
Indexabbildungphysisch
1 Monat-1,40 %
Lfd. Jahr-1,88 %
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