Wie Sie bei fallenden Märkten effektiv in Short-ETFs investieren können

Großreinemachen an der Wall Street

Der US-Aktienmarkt steht vor schwierigen Zeiten: Der US-Wahlkampf sowie die mögliche Zinserhöhung bilden Störfeuer. Anleger können mit einem Short-ETF auf fallende Kurse an der Wall Street setzen.

Vergangene Woche enttäuschte zu Beginn des vierteljährlichen Bilanzreigens in den USA der Aluminiumriese Alcoa mit seinen Zahlen zum dritten Quartal. Die drei Großbanken JPMorgan, Wells Fargo und Citigroup überzeugten mit ihren Quartalsausweisen zwar, doch von Euphorie am Markt konnte keine Rede sein. Die Anleger befürchten noch eine Reihe von Enttäuschungen. Im Schnitt erwarten Wall Street-Analysten einen Gewinnrückgang der im S&P 500 notierten Unternehmen um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Auch jüngste Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen schmälern die Kauflust an den US-Börsen. Yellen verwies in einer Rede auf die Risiken einer zu lange anhaltenden lockeren Geldpolitik auf die Finanz- und Preisstabilität. Marktbeobachter werteten die Botschaft als vorbereitenden Schritt in Richtung einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr. Nicht zuletzt steht auch der diesmal so dramatisch wahrgenommene Wahlkampf um die US-Präsidentschaft im Blick, der laut den Analysten der LBBW ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Aktienmärkte ist. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die US-Anleger vor der Abstimmung am 08. November noch entscheidend aus der Deckung wagen werden.

US-Märkte spielen Ping-Pong

Die Nervosität am US-Markt ist hoch. Am vergangenen Donnerstag brachen die Kurse beim US-Leitindex S&P 500 kräftig ein, als die kurzfristig wichtige Unterstützung bei 2.150 Punkten geknackt worden war. Am vergangenen Freitag zeigte sich das Bild dann genau umgekehrt: Stärke zu Handelsbeginn, Anstieg bis an die Unterstützung bei 2.150 Punkten, danach sofort wieder Verkaufsdruck. Für den Anleger ist solch eine Ping-Pong-Börse schwierig einzuschätzen. Im Falle des US-Markts sprechen aber die gewichtigeren Argumente für weiteren Verkaufsdruck. Denn Anschlusskäufer finden sich auf höheren Kursniveaus derzeit nicht. Laut Börsenexperte Henrik Voigt ist eine weitere Kurserholung beim S&P 500 Index zwar möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Er erwartet, dass die Kurse im weiteren Verlauf erneut nachgeben werden.

Short-ETF: Rendite bei fallenden Kursen

Wenn der Index schon mal so klar auf Korrekturkurs eingeschwenkt ist, dürfte er ihn weiter ausreizen. Mit dem db x-trackers – S&P 500 Inverse Daily UCITS ETF (WKN: DBX1AC) kann der Anleger invers an die Wertentwicklung des Blue Chip-Index S&P 500 anknüpfen. Das heißt: Eine negative Veränderung des S&P 500 Index führt zu einer positiven gleichen Ausmaßes in dem dem ETF zugrunde liegenden S&P 500 Total Return Short Index. Dieser wird täglich angepasst. Die Wertentwicklung des Index entspricht der negativen Entwicklung des S&P 500 Total Return Index zuzüglich eines anteiligen Zinsanteils auf Basis des doppelten USD-LIBOR-Tagesgeldsatzes. Der Short-ETF eignet sich für den kurzfristig agierenden Anleger. Auf Sicht des vergangenen Monats ließ sich ein Gewinn von 1,71 % erzielen. Die Jahresperformance ist klar negativ. Es müssen zudem Kosten von 0,50 Prozent pro Jahr einkalkuliert werden.

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.