Start ETFs im Fokus Türkei-ETFs: Jetzt noch einsteigen?

Türkei-ETFs: Jetzt noch einsteigen?

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Jüngst hat Recep Tayyip Erdogan die Präsidentschaftswahl in der Türkei gewonnen. Sein Wahlsieg hat die Kurse türkischer Aktien aber nur vorübergehend nach oben getrieben.

Mit einer absoluten Mehrheit von rund 52 Prozent der Stimmen hat Recep Tayyip Erdogan am vergangenen Sonntag die Präsidentschaftswahl in der Türkei gewonnen. Infolgedessen sind am Montag die Aktienkurse an der Börse in Istanbul zunächst gestiegen. Doch der Erdogan-Effekt verpuffte rasch. Und bis zum Handelsende ist der türkische Leitindex BIST 100 um 2,43 Prozent auf 77.271,25 Punkte gefallen.

Schwaches Wirtschaftswachstum und eine hohe Teuerungsrate

Wenn es nach Erdogan geht, soll die Türkei 2023 weltweit zu den zehn größten Volkswirtschaften gehören. Dies ist ein ambitioniertes Ziel, denn die Wirtschaftsleistung des Landes wird im nächsten Jahr laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) lediglich um 3,1 Prozent wachsen. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2011 betrug das Wirtschaftswachstum der Türkei noch respektable elf Prozent. Problematisch ist außer der schwachen Konjunkturentwicklung zurzeit auch die Inflationsrate von 9,32 Prozent. Des Weiteren gibt es in der Türkei innenpolitische Probleme wie zum Beispiel Korruptionsskandale und Proteste.

Türkei-ETFs sind sehr gut gelaufen

Skeptische Experten weisen gelegentlich darauf hin, dass die türkische Wirtschaft in einem großen Ausmaß von Kapitalzuflüssen aus dem Ausland abhängig ist. Zudem betonen sie, dass sich die Kauflust der Verbraucher aufgrund gestiegener Kreditzinsen verringern dürfte. Last but not least wirken sich die Kriege im Irak und in Syrien negativ auf den Export der Türkei aus. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger zurzeit keine Anteile von Türkei-ETFs ordern. Zu denen zählt beispielsweise der iShares-ETF (WKN: A0LGQN) auf den MSCI Turkey. Der Kurs dieses vollständig replizierenden Indexfonds ist in den vergangenen sechs Monaten um 33,6 Prozent gestiegen. Nach dieser Rally muss mit einer moderaten Korrektur gerechnet werden, zumal sich die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten zuletzt eingetrübt hat.

von Martin Münzenmayer

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