Der US-Technologieindex Nasdaq 100 eilt von Rekordhoch zu Rekordhoch.

Der US-Technologiesektor hat an der Wall Street wieder die Führungsrolle übernommen. Wie viel an Potenzial steckt noch in den Werten? Experten raten dazu, den Sektor jedenfalls nicht zu ignorieren. Mit einem US-Technologie-ETF kann man als Anleger daran partizipieren.

Anleger stellen sich derzeit die Frage, wie lange die seit neun Jahren anhaltende Hausse an der Wall Street noch anhalten dürfte. Es handelt sich um die bislang zweitlängste Hausse in der Geschichte des US-Aktienmarkts. Nur die in den neunziger Jahren von Technologieaktien getriebene Hausse, die im Oktober 1987 begann und dann im Jahr 2000 abrupt und für viele schmerzhaft endete, hatte noch länger angehalten. Und es sind derzeit wieder die Technologiewerte, die die Fahne hochhalten. Seit dem Tiefpunkt der Kurse am 8. Februar haben die großen US-Technoloige-Werte das Ruder übernommen. Die Kurse der Technologieunternehmen im marktbreiten S&P 500-Index sind seitdem doppelt so stark wie der Index selbst gestiegen. Dabei gelten die Bewertungen von einigen Werten wie des Streamingdienstes Netflix schon jetzt als sehr hoch. Netflix wird nach Angaben des Research-Dienstes Factset mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 106 gehandelt. Zum Vergleich: Der S&P 500 kommt auf ein KGV von 17!

Haben US-Technologie-ETFs noch Potenzial?

Steckt in den Tech-Werten auf diesen Niveaus noch weiteres Kurspotenzial? An dieser Stelle scheiden sich die Geister. „Es wird zwar vielfach die Meinung vertreten, Technologiewerte hätten so stark zugelegt, dass sie inzwischen überbewertet sind, aber unserer Ansicht nach dürfen wir in diesem Sektor mit einem schnelleren und einem unverhofften, vom Markt noch nicht eingepreisten Wachstum rechnen“, ist Neil Robson, Leiter für globale Aktienstrategien bei Columbia Threadneedle, überzeugt. Robson erläutert in einem aktuellen Marktkommentar seine These: In früheren Zyklen habe „Technologie“ bedeutet, in ein Hardware-Unternehmen zu investieren, dem es kurzfristig gelang, von einem Wettbewerbsvorsprung zu profitieren. „Heute können Unternehmen wie Google auf absehbare Zeit den Markt beherrschen, und dies ist ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil, der hohe Renditen auf das investierte Kapital verspricht“, so Robson. Darüber hinaus seien innerhalb des Technologiebereichs verschiedene Subtrends zu erkennen, die zur Steigerung des Renditepotenzials beitrügen. „Wir wissen zum Beispiel, dass ein Großteil der für die nächsten fünf Jahre veranschlagten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in den Technologiesektor fließt.“ Die Aktien seien nicht mehr so günstig zu haben, resümiert der Columbia-Threadneedle-Experte. „Dennoch wäre es unklug, Technologiewerte zu ignorieren.“

US-Technologie-ETF ermöglicht Partizipation an Wertentwicklung des Sektors!

Freilich, konzediert auch Robson, werde die Volatilität an den Märkten zunehmen, was auch die Tech-Werte beeinflussen werde. Hier müsse der Anleger auf das Geschick des Fondsmanagements vertrauen. Taktisch geprägte Anleger können darüber hinaus auf ETF-Produkte zurückgreifen. So investiert der iShares S&P 500 Information Technology Sector UCITS ETF (WKN: A142N1) zu sehr günstigen Konditionen (Kostenquote 0,15 % p. a.) in Unternehmen aus dem US-Informationstechnologiesektor. Unter den Top-Positionen finden sich Apple, Microsoft, Facebook und Alphabet. In diesem Jahr legte der US-Technologie-ETF bereits um 5,13 Prozent zu.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.