Wandelanleihe als guter Kompromiss

Ist das Risiko bei Aktien zu hoch? Welchen Einfluss hat die Zinswende? Eine Wandelanleihe bietet in unsicheren Zeiten das Beste aus zwei Welten.

Gerade in Zeiten, in denen Aktien schon stark gestiegen und Anleihen unter Druck geraten, können Wandelanleihen eine gute Alternative sein. Wandelanleihen garantieren Kupons, können andererseits aber in Aktien umgewandelt werden. Aus diesem Grund vollziehen Wandelanleihen immer einen Teil der Kursgewinne der zugehörigen Aktie mit. Wandelanleihen werden von Unternehmen begeben, die sich sowohl am Kapitalmarkt refinanzieren müssen als auch Aktien emittiert haben.

Während der vergangenen Jahre ist das Universum an Wandelanleihen stetig größer geworden. Tarek Saber, Head of Convertible Bonds & Lead Portfolio Manager bei NN Investment Partners, räumt in einem Marktkommentar mit gängigen Mythen rund um Wandelanleihen auf. Auf das Vorurteil, der Markt für Convertibles sei eng, entgegnet der Experte: „Würde sich jeder Großanleger am besten des Wandelanleihemarktes bedienen, könnte Liquidität in der Tat knapp werden. In der Realität ist das jedoch nicht der Fall, sodass reichlich Investmentchancen bestehen. Und auch wenn die Liquidität nicht mehr so üppig ist wie vor 2008, so liegt Wandelanleihen stets ein Aktienwert zugrunde, der die Kursentwicklung zügelt“, betont der Marktkenner.

Experte räumt mit gängigen Vorurteilen auf

Auch der geringeren Verzinsung im Vergleich zu reinen Corporates tritt Saber entschieden entgegen: „Die Verzinsung von Wandelanleihen ist nicht so hoch wie bei einigen anderen Anleiheprodukten. Doch durch ihre Verknüpfung mit Aktien können Wandelanleihen aktienähnliche Erträge mit sehr viel weniger Volatilität abwerfen. Dieses Aufwärtspotenzial macht die geringere Verzinsung mehr als wett. Zudem schneiden Wandelanleihen auch bei niedrigrentierlichen Konstellationen positiv ab, wie sich in Japan beobachten ließ“, erklärt Saber.

Wandelanleihe: Der ganze Markt in einem ETF

Obwohl es bei Wandelanleihen einige Argumente für die aktive Steuerung eines Portfolios gibt, haben sich in den vergangenen Jahren auch einige ETFs etabliert. Der SPDR II plc – SPDR Thomson Reut. Gbl. Convert. Bd. UCITS ETF (WKN: A12CZS) überzeugt auf Sicht von einem Jahr mit einer Rendite von 11,1 Prozent. 2017 steht bislang eine Rendite von 0,85 Prozent zu Buche. Der ETF umfasst den weltweiten investierbaren Markt für Wandelanleihen und bündelt sowohl Papiere mit Wandlungspflichten als auch ohne Laufzeitbegrenzung. Das Investment-Universum reicht von Emittenten ohne Rating bis hin zur Kategorie Investment Grade. Aktuell sind 368 Millionen Euro investiert. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,5 Prozent.

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SPDR Thomson Reuters Global Convertible Bond UCITS ETF

WKN: A12CZS ISIN: IE00BNH72088
Kurs

30,85 €

Kosten (TER) 0,50 %
Fondsvolumen 671,29 Mio. €
Indexabbildung physisch
1 Monat +0,17 %
Lfd. Jahr +5,15 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.