Der drohende Handelskrieg hat das Potenzial, neue Turbulenzen an den Märkten auszulösen. Wenn Krisen bevorstehen, sollte man auf Substanzwerte setzen, raten Experten.
Der drohende Handelskrieg hat das Potenzial, neue Turbulenzen an den Märkten auszulösen. Wenn Krisen bevorstehen, sollte man auf Substanzwerte setzen, raten Experten.

Nichts ist mehr, wie es einmal war: Donald Trump legt sich mit den wichtigsten Handelspartnern seines Landes an und dreht immer schneller und vehementer an der Zollschraube. Der von ihm heraufbeschworene Handelskonflikt droht zu eskalieren. Sollte Trump wie angedroht nun auch auf europäische Autoimporte zusätzliche Abgaben erheben lassen, könnte aus dem Handelskonflikt ein veritabler Handelskrieg werden. Noch trägt China die Hauptlast der US-Zölle, die sich auf eine Vielzahl von Waren beziehen. Peking hat nun Konsequenzen gezogen und seinerseits Vergeltungsmaßnahmen angedroht. Anleger verfolgen diese „Wie du mir, so ich dir“-Kampagne mit Sorge. Wo soll das alles noch hinführen? „Ein sich ausweitender Handelskrieg zwischen China und den USA bedeutet steigende Preise für Verbraucher und wohl eine Beschleunigung der Inflation und somit Aufwärtsdruck auf die Zinsen“, schreibt Norm Boersma, Leiter der Informationstechnik der Templeton Global Equity Group in einem aktuellen Marktkommentar. Alles in allem würde er wahrscheinlich dazu führen, dass der Wohlstand und die Sicherheit in beiden Ländern abnähmen.

Value-Aktien sind krisenresistenter

Für die Börse bedeuten die Entwicklung also wenig Gutes. Es muss jetzt nicht zwingend ein großer Crash eintreten, aber mit Korrekturen rechnen Experten durchaus. Der Rat in dieser Situation: Wenn Krisen bevorstehen, sollte man Value-Aktien kaufen. Also substanzstarke Aktien, die sich neben ihrer Unterbewertung vor allem dadurch hervorheben, dass sie antizyklisch sind, stabile Cashflows generieren und ihr Wert weniger schwankt. „Obwohl das Risiko eines eskalierenden Handelskriegs aus unserer Sicht eindeutig negativ für das weltweite Wachstum und die globale Zusammenarbeit ist, könnte der Dominoeffekt einer höheren Inflation und steigender Zinsen die nachteiligen Konsequenzen für wertorientierte Aktien abfedern. Das ist darin begründet, dass Value-Aktien häufig auf zins- und inflationssensitive Sektoren wie Finanzwerte und Rohstoffe konzentriert sind“, sagt auch Templeton-Experte Boersma.

Geldpolitik spielt Value in die Hände

In zehn der vergangenen elf Jahre hätten Value-Aktien schlechter abgeschnitten als Wachstumswerte, so Boersma. Dies sei einer der bisher längsten und tiefsten Bärenmärkte für diesen Anlagestil. Eine wesentliche Ursache für die Schieflage bei Value-Aktien seien künstlich niedrige Zinsen. „Die fortwährende Normalisierung der Zinsen könnte wertorientierte Aktien nun unterstützen“, glaubt der Stratege. Anleger, die diese Sicht teilen, können sich Fonds, die sich auf Value-Aktien fokussieren, näher anschauen. So bietet der Invesco MSCI Europe Value UCITS ETF (WKN: A1JUK7) einen breiten Zugang zu europäischen Substanzwerten. Für den zugrunde liegenden MSCI Europe Value Total Return Index gelten folgende Auswahlkriterien: Kurs-Buchwert-Verhältnis, erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis für die kommenden zwölf Monate sowie die Dividendenrendite. Der ETF gab in diesem Jahr leicht nach, die Gebühren belaufen sich auf 0,35 Prozent im Jahr.

Invesco MSCI Europe Value UCITS ETF

WKN: A1JUK7 ISIN: IE00B3LK4Z20
Kurs

196,58 €

Kosten (TER) 0,35 %
Fondsvolumen 152,64 Mio. €
Indexabbildung synthetisch
1 Monat -4,25 %
Lfd. Jahr -10,46 %
Mehr ETFs finden: ETF-Suche

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.