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ETFs: Im Zweifel für Bluechips

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(Börse Frankfurt). Mit den seit dem vergangenen Mittwoch nach oben kletternden Aktienkursen steigt auch das Interesse an Indexfonds wieder. Die Umsätze zogen zuletzt an, wie Händler einhellig berichten. Von einer „sehr guten Woche“ spricht etwa Eric Wiegand von der Deutschen Bank.

„Die Volumina haben sich sehr erfreulich entwickelt“, erklärt auch Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht): „Wir hoffen, dass die Sommerflaute überstanden ist.“ „Die Stimmung hat sich nach der Veröffentlichung des ISM-Einkaufsmanagerindex und der US-Arbeitsmarktzahlen verbessert“, meint Bernardus Roelofs von Flow Traders. Einige Investoren hätten „ordentlich zugekauft“. Nach den Gewinnen der Vortage hat der DAX heute allerdings etwas nachgegeben, das deutsche Aktienbarometer steht zur Mittagszeit bei 6.114 Punkten ein dreiviertel Prozent im Minus.

Standardwerte-ETFs haben die Nase vorn

Zumindest bei den Bluechips überwogen den meisten Händlern zufolge in den vergangenen fünf Handesltagen klar die Käufe. „Bei Euro Stoxx, MSCI USA und MSCI World gingen die Anleger long“, schildert Eric Wiegand die Lage. Laut Commerzbank ( Zum Testbericht) gab es hinsichtlich des Volumens zwar mehr Käufe, gemessen an der Zahl der Investoren hätten aber mehr verkauft. „Tendenziell wurden US-Indexfonds abgegeben und europäische hereingenommen“, meldet Bartels und verweist auf an MSCI USA oder Dow Jones Industrial (WKN 794358, ETF010), beziehungsweise an Euro Stoxx 50 oder DAX (WKN 593395, ETF050, ETF001) gekoppelte Indexfonds.

Auch Tracker zum MSCI Japan (WKN 794361) hätten weiter auf den Einkaufslisten gestanden. Die zuletzt beliebten Short-Produkte, die auf fallende Indizes setzen, zeigten sich zwar abermals umsatzstark. Es wurde aber ge- und verkauft, wie es von Flow Traders heißt. Wie in der Vorwoche waren bei den fünf am meisten gehandelten ETFs an der Börse Frankfurt in den vergangenen fünf Handeltagen zwei Short-Produkte, konkret der db x-trackers Short DAX (WKN DBX1DS) und der db x-trackers Euro Stoxx 50 Short (WKN DBX1SS).

Handel bei Fixed Income-ETFs wieder reger

Rentenmarktprodukte gehen wieder gut weg, das hat zumindest die Commerzbank registriert: „Es gab viele Umschichtungen. Deutsche Staatspapiere waren gesucht, Geldmarktprodukte eher nicht.“ Als Beispiele nennt Bartels ETFs auf deutsche Staatsanleihen mittlerer und längerer Laufzeit (WKN 628948, 628949, ETF521).

Die Deutsche Bank hat hingegen vor allem Interesse an Kurzläufern registriert, wie dem db x-trackers iBoxx Sovereigns Eurozone 1-3 (WKN DBX0AD). Als „eher ruhig“, beschreibt Roelofs den Handel mit Renten-ETFs, gesucht gewesen seien vor allem Unternehmensanleihen-Fonds wie der iShares Corporate Bond (WKN 251124) und der iShares Markit iBoxx Corporate Bond (WKN A0DPYY).

Dividenden-ETFs gefragt

Bei den Sektoren lief das Geschäft laut Andreas Bartels „verhalten“. Es fehlen nach wie vor die klaren Trends. Allenfalls bei Telekommunikations- und Grundstoff-ETFs (WKN 628935, ETF077, 634472) hat es der Commerzbank zufolge Positionierungen gegeben, während Banken-ETFs (WKN ETF062) abermals wenig beliebt gewesen seien. Gerade heute – es tagt der Baseler Ausschusses für die Bankenaufsicht – waren Bankaktien aufgrund von Presseberichten zu härteren Eigenkapitalregeln unter Druck geraten.

Gewinnmitnahmen bei Rohstoff-ETFs

Gerne zugegriffen haben Anleger laut Deutscher Bank auch beim db x-trackers Stoxx Global Select Dividend (WKN DBX1DG), einem Dividendenfonds. Weniger Gefallen als in den Wochen zuvor finden Investoren an Rohstofffonds, das hat zumindest Flow Traders ausgemacht. „Das waren Gewinnmitnahmen“, erläutert Roelofs. Etwa sei der Lyxor Commodities CRB (WKN A0JC8F) tendenziell abgestossen worden. Auch physisches Gold und Silber (WKN A0N62G, A0N62F), lange sehr begehrt, verloren laut Flow Traders in der Gunst der Anleger, es gab Zu- und Abflüsse.

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen.07.09.2010/ Anna-Maria Borse

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