etf marktbericht

Die Marktlage hält die Investoren unter Spannung und gleichzeitig in einer Starre. Es wird weder viel verkauft noch gekauft. Man wartet einfach ab, was die Zukunft bringen könnte.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). „Wenig los“ ist beinahe unisono die Aussage der Market Maker im Handel mit ETFs. „Investoren wissen derzeit nicht, wie sie sich positionieren sollen und warten ab“, sagt ein Händler. „Der DAX kämpft sich an die 6.000er Marke heran, aber solange die Impulse fehlen, ob es nach oben oder nach unten gehen wird, sitzen die Anleger in einer Warteschleife“, kommentiert Bernardus Roelofs von Flow Traders.

Die Konjunkturzahlen in dieser Woche seien zu uneinheitlich gewesen. „Die US-Einzelhandelsdaten sind besser als erwartet ausgefallen, der Konjunkturindikator der Uni Michigan, die das US-Verbrauchervertrauen abfragen, bleibt weiterhin schwach, die US-Finanzmarktreform wird diskutiert, Ergebnisse sind noch unklar und Chinas Konjunktur und Geldpolitik könnten das Weltwirtschaftswachstum bremsen“, fasst Roelofs die Ereignisse der vergangenen Tage zusammen. „Überraschungen bleiben aber aus und man wartet ab.“

So halten sich Verkäufe und Käufe in ETFs auf die großen Indizes – DAX (WKNs 593393, LYX0AC, ETFL01), Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, ETFL02, 798328, DBX1ET) oder dem französischen CAC 40 die Waage.

Selektive Investitionsentscheidung

Eindeutig jedoch Käufe sehen die Market Maker in ETFs auf den MDAX® (WKN 593392) und dem MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM). Ebenso stehen ETFs auf den MSCI Asien (WKN DBX1MA) und auf US-Werte (WKN 264388, DBX1MU) auf den Einkaufszetteln der Investoren. Bei europäischen Aktienfonds dagegen sind Investoren weniger zuversichtlich bzw. abwartend. Quer über alle Anbieter wird der MSCI Europe-ETF (WKN A0JDGC) verkauft.

Kommt die Korrektur?

Eric Wiegand von der Deutschen Bank berichtet, dass einige Anleger sich auf eine Korrektur in den europäischen Indizes vorbereiten. Sie kaufen Short-Produkte auf den DAX (WKN DBX1DS) und den Euro Stoxx 50 (WKN DBX1SS). Aber, so ist von verschiedenen Market Makers zu hören, es würden in keinem Produkt massive Verkäufe registriert. Wiegand bringt es auf den Punkt: „Es wird auf eine Korrektur spekuliert.“

Selektive Länderauswahl

Einzelne Investoren greifen zu ETFs, die die Länder Russland (WKN LYX0AF), Japan (WKN ETFL30, A0J3H2) oder Indien (WKN LYX0BA) abdecken.

Sektorenrotation

Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) beobachtet, dass einige Anleger sich aus zyklischen Sektoren verabschieden und nun defensive Sektoren suchen. „Ein Indiz, dass Investoren vorsichtiger werden“, meint Mohr. Verkauft haben sie ETFs mit Aktien aus dem Technologiesektor (WKN ETF076), der Chemie (WKN ETF064) und der Industreigüterindustrie (WKN ETF069). Gefragt sind stattdessen ETFs der Sektoren Gesundheit und Pharma (WKN ETF068), Haushaltsgüter (WKN ETF073) und Grundstoffe (WKN ETF063).

Vor dem Hintergrund der Diskussion über die Finanzmarktreform trauen sich einige Investoren, in Banken-ETFs einzusteigen (WKN LYX0AP). Und von Immobilien lassen sich auch einige Investoren locken mit dem iShares FTSE/EPRA European Property Index Fund (WKN A0HG2Q).

Setzen auf steigende Zinsen

Einige Investoren nutzen die Gunst der Stunde und der neideren Zinsen: Wie schon in den vergangenen Wochen spekulieren sie auf einen Zinsanstieg über den db x-trackers II Short iBoxx € Sovereigns Eurozone TR Index ETF (WKN DBX0AW).

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. © Dorothee Liebing

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