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Die zwischenzeitliche Zuspitzung der Irland-Krise lässt ETF-Anleger kalt: Aktien-Indexfonds finden zahlreiche Anhänger und Emerging Markets-ETFs stehen in der Gunst wieder ganz weit oben. An Renten-ETFs scheiden sich die Geister.

 

 

21. September 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Bei der überwiegend guten Stimmung an den Aktienmärkten – getrübt lediglich durch die wieder hoch kochenden Sorgen um das stark verschuldete Irland – haben Anleger bei Aktien-ETFs beherzt zugegriffen. „Es ist viel gekauft worden, und zwar über den ganzen Markt hinweg“, berichtet Bernardus Roelofs von Flow Traders. Eric Wiegand von der Deutschen Bank ergänzt: „Bei latein- und US-amerikanischen, sowie asiatischen und speziell chinesischen Aktien ist das Interesse groß“.

„Wir haben definitiv mehr Käufer als Verkäufer gesehen“, erklärt auch Marco Salaorno von der Société Générale. Ende der vergangenen Woche und gestern gab es ihm zufolge allerdings auch erste Gewinnmitnahmen bei den Aktien-ETFs. Flow Traders hat ebenfalls durchaus Abgaben bei MSCI World- (WKN A0HGZR), Euro Stoxx 50- (WKN 935927) und MSCI Japan-ETFs (WKN A0DPMW) registriert. Nach den deutlichen Gewinnen zu Wochenbeginn liegt das deutsche Aktienbarometer zur Mittagszeit bei 6.327 Punkten ein halbes Prozent im Minus.

Koreanische und indische Aktien-ETFs als Renner

Bei den Schwellenländer-Indexfonds ist die Tendenz klar: Hier wächst der Appetit wieder. „Es gab beträchtliches Kaufinteresse an ausgewählten Länder-ETFs, aber auch an marktbreiten ETFs“, schildert Salaorno die Lage. Gut angekommen seien etwa Indexfonds mit malaiischen (WKN LYX0CW), koreanischen (WKN DBX1K2, LYX0A8), südafrikanischen (WKN LYX0BY) und allgemeine afrikanischen Werten (WKN LYX0DK). „Da gab es durch die Bank Käufe“, kommentiert der Market Maker.

Auch Flow Traders zufolge zeigen sich Anleger bei ETFs zum koreanischen Aktienmarkt (WKN A0HG2L) kauffreudig, ebenso wie zum chinesischen (WKN A0F5BW). Sehr gut weggegangen seien darüber hinaus auch Indexfonds mit indischen Aktien, etwa der von Lyxor (WKN LYX0BA). Der hat auf Sicht von einem Monat um knapp 7 Prozent zugelegt, auf Sicht von einem Jahr sind es fast 43 Prozent. Die DekaBank hat ebenfalls einen Trend hin zu Schwellenländern ausgemacht, Marc Schönbrodt verweist etwa auf südafrikanische und türkische Aktien-Tracker (WKN LYX0AK), die gerne gekauft worden seien.

Gemischtes Bild bei Festverzinstem

Uneinheitlich ist das Geschäft mit Renten-ETFs. „Bei europäischen Staatsanleihen bestimmten Gewinnmitnahmen das Bild, und zwar über alle Emittenten und Laufzeiten hinweg“, erklärt Marco Salaorno und nennt als Beispiele den Lyxor EuroMTS 7-10y (WKN LYX0BK) und den db x-trackers II iBoxx Sovereign Eurozone 10-15 (WKN DBX0AH). Flow Traders sieht hingegen überwiegend Zuflüsse auf der Fixed Income-Seite. „Etwa wurde der iShares Government Germany mit der Laufzeit von 5,5 bis 10,5 Jahren im großen Stil gekauft“, präzisiert Roelofs (WKN 628949). In der Umsatzstatistik der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage steht der Rentenfonds im Übrigen auf Platz 4, was für einen Renten-ETF ungewöhnlich weit oben ist.

Die DekaBank berichtet von Zu- und Abflüssen bei den Rentenprodukten – bei ganz klar hohen Volumina. „Sowohl bei den Verkäufen als auch bei den Käufen standen die Renten-ETFs bei uns auf Spitzenpositionen“, erläutert Schönbrodt. Getrennt hätten sich Investoren tendenziell vom iShares Citigroup Global Government Bond (WKN A0RM43), während es beim ETFlab Deutsche Börse EuroGov Germany 5-10 (WKN ETFL20) eher Positionierungen gegeben habe. Die Deutsche Bank berichtet außerdem von Abgaben bei ETFs auf Inflationslinker und beim db x-trackers iTraxx Crossover (WKN DBX0AR).

Immobilien-ETFs weiter gesucht

Bei den Sektoren-Indexfonds verläuft das Geschäft derzeit „vergleichsweise ruhig“, wie Marco Salaorno meldet. Auf den Verkaufslisten hätten etwa Industriegüter-ETFs (WKN A0RPR8), auf den Einkaufslisten Fonds aus dem Gesundheitsbereich (WKN LYX0AS) gestanden. Gefallen fanden Anleger laut Roelofs auch an Immobilien-ETFs, etwa dem iShares FTSE/EPRA European Property (WKN A0HG2Q).

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen.21.09.2010/ Anna-Maria Borse

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