Start Finanznews 1.000 Dollar sind genug

1.000 Dollar sind genug

54
Gold-Contra

Gold ist derzeit gefragt. Gründe dafür gibt es viele, allerdings nur wenige stichhaltige. Der Preis befindet sich bereits im Rückwärtsgang. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Ausstieg“, meint Uwe Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Vermögensverwaltung Meridio AG.

Uwe Zimmer
Uwe Zimmer

Wer schon seit vielen Jahren Gold im Tresor hat, atmet auf: Endlich tritt das ein, was man immer erhofft hat. Der Preis steigt und der Besitzer wird reich. Nur verkaufen wird er sein Gold jetzt nicht, denn er sieht ja im Gold den besten, vielleicht den einzigen Schutz vor Inflation, vielleicht sogar vor dem Weltuntergang. Also lässt er das Gold im Tresor und ist weiterhin nicht reich. Genauso, wie er es die ganzen Jahre vorher nicht war, denn da hat Gold einfach nur Geld gekostet in der Anschaffung und nichts gebracht an Ausschüttung.

Gold war ein gutes Investment

So haben Tausende viel Geld dafür bezahlt, ihre Ängste einmal richtig auszuleben. Das ist legitim, aber es sollte doch niemand so tun, als ob Gold wirklich eine lukrative Geldanlage wäre. Wer zum richtigen Zeitpunkt einsteigt und im genauso richtigen Moment wieder aussteigt, kann mit Gold Geld verdienen. Vor elf Jahren kostete die Unze Gold 270 US- Dollar. Glückliche Menschen kauften zu diesem Preis, denn sie konnten sich in den folgenden Jahren über einen Anstieg auf 1.900 US-Dollar je Unze freuen. Damit war Gold eines der besten Investments – außer Apple vielleicht.

Damals hieß es übrigens: Mit Gold lässt sich nichts verdienen, Gold kostet nur in der Aufbewahrung, es verdient keine Zinsen. Heute gehört Gold in jede Asset Allokation, jede Bank empfiehlt es und die Fondsgesellschaften legen Gold-Fonds und -ETFs auf, als gäbe es nichts anderes.

Zu schön, um wahr zu sein?

Warum eigentlich? Die Argumente sind bekannt: Die Zinsen sind niedrig, es gibt also mit Festgeld nichts zu verdienen, genau wie mit Staatsanleihen. Gold gilt als Inflationsschutz, als letzte Sicherheit, wenn auch deutsche Bundesanleihen nicht mehr sicher sind. Dass die Notenbanken die Märkte mit Geld fluten, trägt ebenfalls zu einem steigenden Preis bei, wohin soll man denn sonst mit dem ganzen Bargeld? Wenn dann außerdem die Nachfrage mittlerweile so hoch ist, dass die Jahresproduktion sie nicht decken kann, dann muss es ja aufwärtsgehen. Es sieht also so aus, als müsste Gold ewig weiter steigen.

Kann das sein? Es ist doch zu schön, um wahr zu sein – oder zu bleiben. Wenn alle einen Markt ganz großartig finden, stürzt er in der Regel kurz darauf ab. Die Hausfrauenhausse ist vom Neuen Markt noch ein Begriff, oder? Vielleicht sollte man stutzig werden, wenn Wertgegenstände in Automaten angeboten werden. So geschehen mit Gold. Wenn sich sehr viele sehr sicher sind, dass es mit dem Gold nur weiter aufwärtsgehen kann, ist der Höhepunkt erreicht. Alle Faktoren werden positiv interpretiert, die Stimmung ist positiv – aber das wird bald enden. Denn was soll jetzt noch an positiven Nachrichten kommen?

Beispiel Rohöl

Denken Sie an den Rohölpreis. Bis 2008 schrieben alle, dass es immer nur weiter aufwärtsgehen könnte. Die Produktion hielte mit der Nachfrage nicht Schritt, neue Vorkommen seinen nur schwer zu erschließen. Und was war? Es zeigte sich, dass letztlich einige große Spieler den Markt nach oben gezogen hatten. Als sie ausstiegen, ging es steil abwärts. Das ist die Blaupause für den Goldpreis.

1
2
TEILEN
Vorheriger ArtikelMit gutem Gewissen zur Rendite
Nächster ArtikelDie nächste Bewegung kommt nach oben
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.