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Alternative zu Tages- und Festgeldern

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Tages- und Festgeld-Hopping hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland zum beliebten Volkssport entwickelt. Dabei hüpft der gewiefte Anleger von Anbieter zu Anbieter und sichert sich jeweils die höchsten Zinsen.Dabei gibt es clevere Alternativen.

Wer auf den einschlägigen Festgeld- und Tagesgeldseiten in den vergangenen Wochen nach Angeboten mit mehr als zwei Prozent Rendite für ein Jahr sucht, wird enttäuscht. Selbst die für Ihre guten Konditionen bekannten Direktbanken wie ING-Diba ( Zum Testbericht) oder IKB bieten derzeit maximal 1,3 Prozent pro Jahr. Für die Anleger, die etwas mehr Rendite wollen, kann sich ein Blick auf alternative Anlageformen, wie zum Beispiel Discountzertifikate lohnen.

Über Discount-Zertifikate kann der Anleger einen Basiswert, etwa eine Aktie oder einen Index zu einem niedrigeren Preis zu erwerben. Dieser Discount oder Rabatt wirkt wie ein Sicherheitspuffer, wenn der Basiswert fällt. Ein Verlust tritt nur ein, wenn der Wertverlust des Basiswertes größer wird als der Discount. Steigt der Basiswert über die Laufzeit, bleibt gleich oder fällt weniger als die Höhe des Rabatts, wird der Anleger eine positive Rendite erzielen. Die zu erzielende Rendite ist durch einen sogenannten Cap nach oben begrenzt. Als Alternative zur Festgeldanlage muss ein Discountzertifikat so ausgewählt werden, dass der Cap-Betrag eine attraktive Rendite bedeutet, zum Beispiel vier Prozent, und der Sicherheitspuffer so hoch ist, dass ein Verlust unwahrscheinlich erscheint.

Doch welchen Sicherheitspuffer muss man wählen, damit der Verlust unwahrscheinlich ist und was passiert, wenn die Sicherheitsschwelle doch unterschritten wird? Hierzu haben wir im Jahr 2012 umfangreiche statistische Untersuchungen angestellt. Dabei wurde das theoretische Verhalten von Discountzertifikaten auf den DAX untersucht, die eine Rendite von vier Prozent bei einem Jahr Laufzeit aufweisen. Im Untersuchungszeitraum vom 29. September 1959 bis zum 28. Juni 2011 wurden 12.796 einjährige Investments simuliert.

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Max Lenzenhuber

Aus dem Ergebnis der Studie lassen sich einige wesentliche Aussagen für den Privatanleger ableiten: Wählt der Anleger einen Discount/Sicherheitspuffer von wenigstens 33 Prozent, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zielrendite von vier Prozent nicht erreicht wird, auf unter fünf Prozent. Bei einem Sicherheitspuffer von 15 Prozent wurde die Zielrendite von vier Prozent in einem Viertel aller Einjahreszeiträume nicht erreicht. War die Entwicklung des DAX so ungünstig, dass das Discount-Zertifikat unter dem Einstandswert zurückgezahlt wurde, war mit Verlusten von bis zu zehn Prozent zu rechnen.

Des Weiteren wurde untersucht, was ein Anleger unternehmen kann, wenn sein Investment zu den fünf Prozent gehört hat, die die Zielrendite von vier Prozent nicht erreicht haben. In diesem Fall könnte der Anleger am Tag der Endfälligkeit seines Zertifikates direkt in den DAX wechseln, beispielsweise über ein Index-Zertifikat. Ab diesem Zeitpunkt profitierte der Anleger direkt von der Erholung des Marktes und konnte mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent aller untersuchten Fälle die Zielrendite von vier Prozent pro Jahr innerhalb von 3 Jahren wieder erreichen.

Fazit: Die Anlage in Discount-Zertifikaten ist kein Ersatz für Festgeldanlagen, weil die statistischen Untersuchungen ein Restrisiko von wenigstens fünf Prozent aufzeigen, in denen die Zielrendite nicht erreicht wird. Wer jedoch seine defensiven Anlagen über sinnvolle Variante erweitern möchte, kann bei Discountzertifikaten gute Renditen bei relativ moderaten Risiken finden. Insbesondere wenn man bereit ist, im Falle eines Verlustes in das unterliegende Investment wie den DAX zu investieren, kann man mit Discountern eine ertragreiche und sichere Investmentstrategie entwickeln.

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