Altersvorsorge mit ETF-Sparplänen
Dr. Andreas Schyra ist Geschäftsführer beim IPAM - Institut für professionelles Asset Management GmbH

Das Sparen mit ETF-Sparplänen (Exchange Traded Funds) bietet für die Altersvorsorge weitaus mehr Chancen, als sein Geld dauerhaft in Versicherungen anzulegen.

Die meisten Menschen in Deutschland sorgen mit Versicherungen aller Art privat für das Alter vor. Bei einem Zinssatz von 0,9 Prozent im Jahr plus mögliche Überschussbeteiligungen und einer durchschnittlichen Inflation von zwei Prozent ist ersichtlich, dass Geld vernichtet, statt Vermögen aufgebaut wird. Die Verzinsung des eingezahlten Vermögens liegt unterhalb der Inflationsrate.

 

Mehr Chancen mit ETF-Sparplänen

Eine Alternative sind Sparpläne in ETFs. Das ist vergleichsweise einfach. Der Sparer sucht sich aus den weit über 1.000 an der deutschen Börse handelbaren ETFs einen oder mehrere aus. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht.

Sparer investieren über ETFs in einen Index (zum Beispiel in einen Aktienindex). Daher reicht es aus, wenn man sich für eine Region, eine Branche oder ein Thema entscheidet, in das man investieren möchte. So ist es beispielsweise möglich, über den MSCI World Index in die nach Marktkapitalisierung größten Aktiengesellschaften der Welt zu investieren. So ist man automatisch an Unternehmen wie Apple, Microsoft und Exxon Mobil beteiligt. Wer sich auf Deutschland konzentrieren möchte, kann einen DAX-ETF besparen. Hier sind Siemens, Bayer und BASF die größten Unternehmen im Index.

Um das Risiko zu senken, ist die Streuung über unterschiedliche Regionen und Branchen sinnvoll. Das Risiko einer globalen Rezession und weltweit fallender Aktienkurse ist deutlich geringer, als eine wirtschaftliche Krise in einem Land oder in einer Branche.

ETF-Sparpläne sind bei den meisten Banken ab 50 Euro pro Monat oder Quartal möglich. Lediglich die Kosten für Depotgebühren und Transaktionen variieren von Bank zu Bank. Das Angebot ist groß und häufig sind Onlinebanken günstiger als die bekannten Präsenzbanken. Somit sollte für jeden ein passendes Angebot zu finden sein.

Cost Average Effekt nutzen

Anleger sollten mindestens mit einer Anspardauer von acht Jahren rechnen. So lange dauert in der Regel ein Wirtschaftszyklus. Ganz bedeutend ist dabei, in Zeiten fallender Kurse nicht in Panik zu verfallen, sondern weiter anzusparen und sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Es klingt zwar komisch, aber zwischenzeitliche Krisen während der Sparphase machen sich im späteren Verlauf, wenn die Kurse wieder höher stehen, deutlich bezahlt. Dieser Effekt nennt sich Cost Average.

ETF-Sparpläne weisen im Gegensatz zu Versicherungspolicen eine sehr große Flexibilität auf. Gelder können börsentäglich entnommen oder zusätzlich angelegt werden. Auch mittels Versicherungen kann in Fonds oder bei ausgewählten Policen in ETFs investiert werden, jedoch weisen diese nicht die beschriebene Flexibilität auf. Entnahmen aus Versicherungsverträgen sind häufig unmöglich oder zumindest für den Versicherten mit Nachteilen verbunden.

Eine weitere Unterscheidung liegt in der Art der Besteuerung. Erträge aus ETF-Sparplänen unterliegen aktuell der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent plus Soli und eventuell Kirchensteuer. Erträge aus vermögensbildenden Versicherungen werden zum Zeitpunkt der Auszahlung mit dem dann für den Versicherten gültigen Einkommensteuersatz besteuert.

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Weitere interessante Investmentmöglichkeiten finden Sie in unserem ETF-Anlageleitfaden. Dieser erleichtert Ihnen den Einstieg in die Welt der Exchange Traded Funds (ETFs). Wir stellen Ihnen darin die Anlegemöglichkeiten einzelner Länder, Regionen, Sektoren oder Investmentthemen vor.

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Dr. Andreas Schyra ist Geschäftsführer beim IPAM – Institut für professionelles Asset Management GmbH in Essen.

Erfahren Sie mehr über ETF-Sparpläne in diesem Video:

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