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Anleger können von Firmenübernahmen profitieren

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Der Mergers & Acquisitions-Markt boomt. Ein Deal folgt auf den nächsten, sowohl bei Small- und Mid-Caps als auch bei den ganz großen Brocken.

Häufig steigen die Börsenkurse insbesondere der Übernahmekandidaten. Während Anleger für Direkt- Investments den Übernahmemarkt sehr genau kennen müssen, lassen sich mit M&A-Fonds Opportunitäten bei begrenztem Risiko heben.

Ein Zeichen für eine gut laufende Wirtschaft ist die Entwicklung im nationalen und internationalen M&A-Geschäft. M&A steht für Mergers & Acquisitions und bezeichnet Unternehmenskäufe und -fusionen. Und davon haben wir dieses Jahr bereits einige gesehen: Der US-amerikanische Logistik-Riese FedEx erwarb TNT Express für rund 4,4 Milliarden Euro, der Ölkonzern Shell legte

 

Thomas Hünicke

WBS Hünicke Ver-

mögensverwaltung

 

etwa 70 Milliarden für die Gasfirma BG Group auf den Tisch. Und erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die drei größten Coca-Cola- Abfüller, darunter die deutsche Tochter des Konzerns, sich zu Coca-Cola European Partners mit Sitz in England vereinigen. Dadurch entsteht der weltweit größte unabhängige Coca- Cola-Abfüller mit einem Umsatz von 12,6 Milliarden Dollar.

Dass gerade 2014 und auch 2015 sehr gute Jahre für Unternehmen auf Fusions- und Einkaufstour sind, ist natürlich kein Zufall, sondern der Geldmarktpolitik in Europa und den USA geschuldet. Anleiheankaufprogramme und niedrige Zinsen haben nicht nur die Aktienindizes auf Rekordstände getrieben, sondern auch Übernahmen verbilligt. Viele Unternehmen sitzen zudem auf Cash-Bergen, die sie gerne für eigenes Wachstum einsetzen möchten. Diese Kombination hat zu einem gestiegenen Interesse an Deals geführt und wird die diesjährigen Transaktionsvolumina wohl noch weitertreiben.

Für Privatanleger bietet der M&A-Markt erstaunliche Ertragschancen. Der britische Gasproduzent BG beispielsweise stieg nach Bekanntwerden der Übernahme durch Shell an der Londoner Börse um knapp 40 Prozent. Enorme Steigerungen legten dieses Jahr auch andere Übernahmekandidaten hin, sowohl nach Bekanntwerden als auch während laufender Gespräche. Wie beim Fall der polnischen Alior Bank, deren Aktie im Frühjahr 2015 um 30 Prozent gestiegen war – aufgrund von Gesprächen mit der Société Générale.

Gleichzeitig ist es für private Investoren unglaublich schwierig, in Deal-reife Unternehmen zu investieren. Zu genau muss dafür die Kenntnis des Transaktionsmarktes und der internationalen Indizes sein, schließlich spielen sich die meisten Deals gerade nicht unter den bekannten Bluechips ab. Deshalb kann der Kauf eines M&A-Fonds lohnenswert sein. Dabei vor allem solche, die bei einer sich abzeichnenden Übernahme Erwerber und Ziel genau analysieren und dann in das Unternehmen investieren, das den meisten Nutzen aus dem Deal ziehen wird. Das muss nicht immer der Übernahmekandidat sein. Ein solcher Fonds bietet sich als Ergänzung in einem Portfolio an, um an einem sich gut entwickelnden Geschäftsfeld teilzuhaben und dabei die latenten Risiken von Direktinvestments zu umgehen.

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