Um mit Anleihen im momentanen Umfeld noch Erträge zu generieren, macht es Sinn, die Vielfalt der möglichen Instrumente zu nutzen. Dazu gehören Hybridanleihen, denn sie sind in der Regel erheblich besser verzinst als gewöhnliche Anleihen.

Fonds wie der Aramea Rendite Plus A beweisen, dass es so im heutigen Marktumfeld möglich ist, mit Anleihen ansehnliche Renditen zu erwirtschaften. In den letzten fünf Jahren (Stand 31.3.2017) brachte es der Fonds auf eine durchschnittliche Wertentwicklung von 7,6 Prozent pro Jahr; in den vergangenen 12 Monaten 9,1 Prozent.

Dafür geht das Management einen eigenen Weg. Es setzt zu über Dreiviertel auf Hybridanleihen, insbesondere auf ältere. Diese dürfen nach den gesetzlichen Vorgaben von Jahr zu Jahr weniger dem Eigenkapital zugerechnet werden. Damit wird es für die Emittenten immer attraktiver, sie zurückzukaufen. Hieraus ergeben sich oftmals Kurschancen. Allerdings bedarf es dabei einer sehr genauen Analyse, denn es gibt keine einheitlichen Vorgaben für die Ausgestaltung.

Die Bedingungen jedes Papiers müssen einzeln beurteilt und der Einfluss der schrittweise eingeführten regulatorischen Vorgaben für die Anrechnung als Eigenkapital muss einkalkuliert werden. Ist das gewährleistet, kann eine Hybridanleihe unter dem Strich rentabler und trotzdem stabiler sein, obwohl sie in der Regel mehrere Ratingstufen schlechter bewertet wird als Seniorbonds des gleichen Unternehmens. Zudem bieten kleine bis mittlere Unternehmen ohne Ratingbewertung, die Nachranganleihen als Finanzierungsalternative nutzen, objektiv betrachtet oft ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

Hybridanleihen sind jedoch kein Allheilmittel für Niedrigzinsen und schon gar keine Investmentalternative für Privatanleger mit kleinem Vermögen. Denn sie sind risikoreicher als herkömmliche Anleihen. Hybridanleihen können vom Emittenten ganz oder teilweise als Eigenkapital angerechnet werden. Dafür trägt der Investor ein höheres Risiko. Solch Nachränge sind als Einzelinvestment sicher kein Ersatz für die ehemals risikolose Rendite sicherer Staatsanleihen, denn bei einer Pleite werden erst die anderen Gläubiger bedient.

Auch Coupon-Zahlungen können zum Teil ausgesetzt werden und der tatsächliche Zeitpunkt der Rückzahlung ist nicht immer kalkulierbar. Dafür sind Hybridanleihen in der Regel relativ unabhängig von kurzfristigen Aktienmarktschwankungen und durch die vergleichsweise hohen Coupon-Erwartungen weniger betroffen von Zinsänderungsrisiken.

Über den Autor

Benedikt Dörle-Schäfer ist Portfoliomanager bei der Freiburger Vermögensmanagement GmbH in Freiburg.

Interesse an News zu ETFs und Geldanlage?

Unser kostenloser Newsletter hält Sie auf dem Laufenden.