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Arabischer Börsen-Frühling

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Dubai ein Schuldenstaat, das Öl überschätzt, die Wirtschaft der Golfregion zu einseitig und viele Immobilienprojekte bestenfalls größenwahnsinnig.

Noch vor ein, zwei Jahren schien es, als hätten die Pessimisten recht behalten, die in den arabischen Staaten lediglich ein wirtschaftliches Strohfeuer vermuteten. Jetzt müssen sie möglicherweise erneut umdenken.

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 Uwe Zimmer 

Vor allem Dubai hat sich aus einem tiefen Tal herausgearbeitet. 2008 wurde das Land in den Strudel der Finanzkrise gezogen, die glitzernden, weltrekordverdächtigen Bauprojekte verkümmerten, Anleger verloren viel Geld. Jetzt scheint die Wende vollzogen, es geht kräftig aufwärts. Dubai wird die Expo 2020 ausrichten, die Immobilien finden wieder Käufer und auch der Weg in eine vom Öl unabhängige Wirtschaft wird fortgesetzt.

Gerade erst haben etwa chinesische Investoren für einen Milliardenbetrag ein Immobilienpaket von Pearl Dubai übernommen. Hier sollen Luxushotels, Einkaufszentren sowie Büros entstehen und weitergebaut werden. Immobilien bauen in Dubai? Ja, und sie werden sogar vermietet und verkauft. Der fast zum Erliegen gekommene Immobilienmarkt in dem Emirat hat sich in den vergangenen Jahren nach und nach erholt und lockt erneut zahlungskräftige Kunden aus aller Welt an.

Dazu passt, dass Scheich al Maktum jetzt auch die Expo nach Dubai holte: 2020 soll die Weltausstellung in dem kleinen Land stattfinden. Dadurch sollen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) in den kommenden Jahren mehr als 200.000 Arbeitsplätze neu entstehen, mehr als 20 Milliarden Dollar soll das Event einspielen.

Es wird ein Land in den Mittelpunkt des Interesses rücken, das anders als seine direkten Nachbarn nicht aufs Öl setzt – setzen kann. Dienstleistungen, vor allem die Entwicklung zum stärksten Finanzplatz der Region, die Ausrichtung als Shopping-Mall der Welt, aber auch der Tourismus sind das Rückgrat der Volkswirtschaft. Und mittlerweile tragen auch Unternehmen der Region nennenswert zur Weltwirtschaft bei, etwa die Fluglinien, die inzwischen zu den größten der Welt zählen – und zu den größten Kunden etwa bei Airbus und Boeing.

Die Börsen haben bereits reagiert und sind in den vergangenen Wochen deutlich nach oben gelaufen. Dabei haben sie noch Luft nach oben, denn die Höchststände von vor 2008 sind noch nicht erreicht. Anleger müssen allerdings beachten, dass nicht alle Börsen der Region für ausländische Anleger frei zugänglich sind. Hier sind Fonds mit Schwerpunkt auf die arabische Welt der bessere Weg für ein Investment.

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