Benjamin Graham - Börsenguru
Manche Börsengurus treten als Daueroptimisten auf, andere als notorische Schwarzseher. Doch eins haben alle gemeinsam: Sie haben eine eigene Strategie. Mit der Reihe „Börsengurus“ möchten wir Ihnen einen Einblick in die Strategien von ausgewählten Börsengurus geben.

Benjamin Graham gilt als Wegbereiter für viele heutige Börsengurus. Als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse wird er in einem Atemzug mit anderen Investorenlegenden genannt. Seine Bücher, u.a. „Security Analysis“ und „The Intelligent Investor“, vermitteln noch heute ein Grundlagenwissen für erfolgreiches Handeln an den Finanzmärkten. Im Jahr 1895 zog er als damals Einjähriger mit seinen Eltern von London nach New York. Sein Vater vertrat die Porzellanfirma der Familie Grossbaum & Sons. Im Alter von neun Jahren starb sein Vater und hinterließ eine durch misslungenen kreditfinanzierten Aktienhandel verarmte Familie. Seine Mutter konnte den Tod ihres Mannes nicht verkraften und ihre Geldsorgen trugen dazu bei, dass Benjamin danach strebte finanzielle Sicherheit zu erlangen. Nachdem er 1914 sein Studium an der Columbia University als Jahrgangszweiter abschloss, bot man ihm eine Dozentenstelle für Englisch und Mathematik an. Diese lehnte er ab und wurde stattdessen Bote für Newburger, Hederson & Loeb an der Wall Street. Bald durfte er Berichte schreiben und Analysen erstellen. Bereits 1917 war er ein angesehener Analyst und fing an Artikel und Analysen in Finanzzeitschriften zu veröffentlichen. Im Jahr 1920 wurde er schließlich Teilhaber der Firma. Ab 1928 bis 1956 unterrichte Graham an der Columbia University. Zu seinen Studenten gehörten u.a. Warren Buffett. 1934 brachte er mit Prof. David L. Dodd das Werk „Security Analysis“ heraus.

Grahams Anfänge als Analyst

Bereits 1917 war er ein angesehener Analyst und fing an Artikel und Analysen in Finanzzeitschriften zu veröffentlichen.

Bei Graham stand immer die tatsächliche und nicht die theoretische bzw. spekulationsgetriebene Marktrealität im Vordergrund. Er hat versucht, Gerüchte und Vermutungen der Marktteilnehmer perspektivisch richtig zu deuten und herauszufinden, wo die tatsächliche Wahrheit liegt. Grahams Erfolg basiert zu einem großen Teil auf seiner Konsequenz, nur Anteile zu kaufen, die in jedem Detail seine Zustimmung fanden. Seine größte Stärke bestand darin, Investments, die oberflächlich betrachtet angemessene Renditechancen boten, nicht einzugehen. Seine Vorstellung von einer guten und sicheren Kapitalanlage war einfach: Immer wieder einen Dollar für 50 Cent kaufen. Im Einzelfall könnte es vielleicht schief gehen, aber wenn man es dutzendfach durchführt, ist der Vorgang praktisch unfehlbar. Eine Vielzahl von Transaktionen ist also der Schlüssel der Methode, genau wie eine Versicherung. Außerdem hielt sich Graham, während er investiert war, immer eine Tür offen, bereit auszusteigen, wenn seine Berechnungen schief gehen sollten. Diese konservative Strategie beraubte ihn allerdings eines optimalen Investitionszeitpunkts.

Auf der nächsten Seite lesen Sie u.a.

  • Die Suche nach der perfekten Methode
  • Graham in der Praxis
  • Graham-Newsman Corporation

Interesse an News zu ETFs und Geldanlage?

Unser kostenloser Newsletter hält Sie auf dem Laufenden.

1
2
Markus Kubesch absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann und studiert Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seit 2017 ist er im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.