Crowdinvesting
Crowdinvesting: Startups, junge Unternehmen und Immobiliengesellschaften sammeln über Plattformen im Internet Geld für die Finanzierung ihres Unternehmens oder den Bau von Immobilien.

Bis vor wenigen Jahren kaum bekannt, hat sich Crowdinvesting in Zeiten niedriger Zinsen zu einer für Kleinanleger interessanten Alternative zu den klassischen Geldanlagen entwickelt. Der Reiz beim Crowdinvesting besteht vor allem darin, bereits mit einer kleinen Investition eine überdurchschnittlich hohe Rendite erzielen zu können. Aber auch beim Crowdinvesting gilt wie bei jeder lukrativen Kapitalanlage: Keine Chance ohne Risiko.

Crowdinvesting und Crowdfunding – wo liegen die Unterschiede

Crowdfunding, die sogenannte Schwarmfinanzierung durch viel kleine Anleger, wird zur Finanzierung bestimmter Projekte meist aus dem künstlerisch-sozialen und gesellschaftlichen Bereich eingesetzt. Beispiele sind Musikproduktionen, Filme oder Ausstellungen. Seltener wird in die Entwicklung neuer Techniken oder Produkte investiert. Als Gegenleistung für ihre Investition erhalten Anleger kostenlose Eintrittskarten, eine Filmkopie oder einen hohen Rabatt beim Kauf des von ihnen finanzierten Produktes. Das eingesetzte Geld erhalten Investoren beim Crowdfunding nicht zurück.

Im Gegensatz zum Crowdfunding sind Investoren beim Crowdinvesting direkt am Erfolg eines Unternehmens zum Beispiel eines Startups beteiligt. Neben der Finanzierung von Startups und jungen Unternehmen wird Crowdinvesting zunehmend zur Finanzierung von Immobilienprojekten eingesetzt. Die Laufzeit des Investments ist in der Regel zeitlich begrenzt. Anders als beim Crowdfunding erhalten Anleger einen feste Verzinsung und ihr Kapital am Ende der Laufzeit wieder ausbezahlt. Ein Vorteil des Crowdinvesting ist die oft geringe Höhe der erforderlichen Investitionssumme.

Crowdinvesting – so funktioniert die alternative Geldanlage

Startups, junge Unternehmen und Immobiliengesellschaften sammeln über Plattformen im Internet Geld für die Finanzierung ihres Unternehmens oder den Bau von Immobilien. Bekannte Plattformen sind Exporo, Seedmatch, Innovestment oder Companisto. Die Plattformen dienen als Vermittler zwischen Unternehmen und Anlegern, prüfen so weit wie möglich die Investitionsvorhaben und veröffentlichen diese mit der angestrebten Investitionssumme auf ihren Internetseiten. Investoren können aus den Angeboten auswählen und gezielt in einzelne Projekte investieren.

Die Investoren werden in Form einer stillen Beteiligung an den Unternehmen oder wie bei Exporo durch die Gewährung eines Nachrangdarlehens an den Projektträger beteiligt. Für ihr Kapital erhalten Anleger eine jährliche Verzinsung. Am Ende der Beteiligungslaufzeit von bis zu 10 Jahren erhalten Investoren ihr eingesetztes Kapital wieder ausbezahlt. Gegebenenfalls kommt noch eine Beteiligung an der Wertsteigerung des Unternehmens hinzu, die als Abfindung zusammen mit dem Beteiligungskapital ausgezahlt wird.

Für wen eignet sich Crowdinvesting als Geldanlage?

Die geringen Investitionssummen machen Crowdinvesting grundsätzlich für Kleinanleger attraktiv. Dabei sollten Anleger bedenken, dass es sich beim eingesetzten Kapital um Risikokapital handelt. Das bedeutet, ein vollständiger Verlust der Investitionssumme ist nicht ausgeschlossen und sollte vor einem Engagement bedacht werden. Die renditeorientierte Anlageform bietet kaum Sicherheiten. Als Investition für die Altersvorsorge ist Crowdinvesting daher nicht geeignet.

Crowdinvesting ist geeignet, um Geld, dass für die eigene Lebensführung nicht benötigt wird, mit einer hohen Renditechance anzulegen. Um die Gefahr eines Totalverluste zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Kapital auf mehrere Investments zu verteilen. Für eine Streuung ist Crowdinvesting mit Mindestinvestitionssummen zwischen meist 50 und 1.000 Euro ideal. Bei Exporo können Kleinanleger zum Beispiel bereits ab einem Betrag von 500 Euro in Großimmobilien investieren.

Die ursprünglich aus den USA stammende Anlageform des Crowdinvesting ist mittlerweile auch in Deutschland den Kinderschuhen entwachsen. Zunehmend entdecken Banken die Möglichkeit als Vermittler beim Crowdinvesting Geld zu verdienen und installieren entsprechende Plattformen. Insbesondere für Kleinanleger bedeute das, Crowdinvesting wird sicher auch in Zukunft attraktive Möglichkeiten abseits der klassischen Geldanlagen bieten.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber des EXtra-Magazins. Einer der führenden ETF-Informationsplattformen in Deutschland. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzen und Geldanlage mit Schwerpunkten auf Exchange Traded Funds, Robo-Advisors und digitale Bankdienstleistungen und ist ein gefragter Experte auf diesen Gebieten.