Gold und Silber rücken wieder in den Fokus der Anleger.
Gold und Silber rücken wieder in den Fokus der Anleger.

US-Präsident Trump steigert das Defizit des amerikanischen Staatshaushaltes weiter. Neben einer drastischen Steuersenkungswelle erhöht er auf der anderen Seite die Ausgaben. Beobachter sprechen schon von griechischen Verhältnissen, wenn es um die US-Finanzen geht. Edelmetalle wie Gold oder Silber bieten da wieder interessante Investmentchancen.

Schon heute hat sich der Schuldenberg der USA auf unglaubliche 21 Billionen Dollar aufgetürmt. Bis 2022 wird das Staatsdefizit von 4,6 Prozent auf 5,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Allein für den laufenden Haushalt schätzt das CBO (Congressional Budget Office) das Haushaltsloch auf einen Betrag von fast 1 Billion US-Dollar. Wenn sich an der derzeitigen Einnahmen- und Ausgabenpolitik nichts ändert, wird sich die Staatsverschuldung, die derzeit schon bei weit über 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegt, bis 2048 verdoppeln. Wer soll bei einem möglichen weiteren Anstieg der Kapitalmarktzinsen diese utopischen Zinsberge aufbringen? Für mich ist dieser unkontrollierte Anstieg der amerikanischen Staatsverschuldung unverantwortlich.

Neben der immer größeren Überschuldung des Staates kommt ein weiter ansteigender Schuldenberg der amerikanischen Privatpersonen auf das Land zu, der mich immer stärker an die Immobilienblase in 2007 erinnert. Auch hier ist größte Vorsicht geboten.

In dieser sich zuspitzenden Lage will ich wieder einmal auf die beiden Edelmetalle hinweisen. Der Goldpreis hat sich seit Mitte August von 1.173 US-Dollar um über 100 Dollar erholt, braucht aber einen weiteren Anstieg, um den starken Widerstand bei etwa 1.370 Dollar zu überwinden. Gründe für ein Durchstoßen dieser Marke gibt es neben dem amerikanischen Schuldenberg reichlich.

Ebenso, oder noch mehr, möchte ich auf das Silber aufmerksam machen. Hierbei ist das inzwischen historisch hohe Gold-Silber-Ratio von größter Wichtigkeit. Es liegt derzeit
bei unglaublichen 84 Punkten. Das heißt, ich bekomme für eine Unze Gold 84 Unzen Silber. Die weiteren prozentualen Gewinnchancen für das Silber sind dabei wesentlich höher einzuschätzen. Wir dürfen nicht vergessen, das Silber zu einem sehr starken Anteil verbraucht wird, und die derzeit bekannten Lagerstätten noch für gut 20 Jahre abgebaut werden können. Ich sehe daher eher, dass die bisherigen Höchstmarken von 50 Dollar pro Unze wieder erreicht und überschritten werden. Derzeit kann man bei etwa 15,40 US- Dollar preiswert einsteigen.

Für eine Anlage in Silber ist bei einem Kauf von Münzen oder Barren allerdings die Mehrwertsteuer fällig. Als eine Depotanlage bietet sich alternativ ein währungsgesichertes ETC von der Deutsche Bank AG mit einem Gegenwert von zehn Unzen Silber an.

Über den Autor

Rainer Beckmann, Geschäftsführer der ficon Börsebius Invest GmbH in Düsseldorf.

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